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SCHLATTINGEN: Pilotprojekt mit kantonalem Segen

Fünf Jahre hat Gemüsebauer Hansjörg Grob nach heissem Wasser gesucht. Auftakt zum Geothermieprojekt in Schlattingen war im Dezember 2010, als die Bohrmaschine ihre Arbeit aufnahm. Im März 2015 waren die beiden Tiefenbohrungen abgeschlossen.

SCHLATTINGEN. In 1500 bis 2000 Meter Tiefe gibt es Wasser mit einer Temperatur von 65 Grad, das Grob nutzen will, um Gewächshäuser zu heizen und so Erdgas oder Erdöl zu ersetzen. Die Kosten für die Bohrungen belaufen sich auf 3,5 Millionen Franken. Der Kanton Thurgau hatte sich im Sommer 2010 per Grossratsentscheid verpflichtet, zwei Millionen Franken als Risikogarantie zu leisten. Dies, nachdem der Kanton Ende 2009 eine Studie veröffentlicht hatte, die das Potenzial von Geothermie im Thurgau aufzeigte. Grobs Vorhaben sollte als Pilotvorhaben für diese erneuerbare Energie unterstützt werden. Mit einer knappen Million Franken beteiligte sich auch die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) an den Bohrungen. Sie erhofft sich geologische Erkenntnisse, etwa für das im nahen Zürcher Weinland diskutierte Endlager.

Im Frühjahr 2015 startete Grob mit dem Probebetrieb, um das Thermalwasser als Heizenergie zu nutzen. Im Mai kam es zu Ölverschmutzungen im örtlichen Geisslibach. Der Probebetrieb wurde unterbrochen und hätte im vergangenen Februar wieder aufgenommen werden sollen. Es kam es zu einer Verschmutzung des Rheins mit Öl. Grob vermutet Sabotage. (hil)

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