SCHLATT: Getreidesammelstelle schliesst Ende Jahr

Wenn die Genossenschaften diesen Frühling Ja zur Fusion sagen, schliesst sich die Landwirtschaftliche Genossenschaft der Landi Weinland an. Als Folge davon wird das Lagerhaus geschlossen.

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In der Landi-Landschaft zwischen dem Rhein und Winterthur soll es zu einer erneuten Fusion kommen. Die Landi Schlatt und Umgebung sowie Dägerlen und Umgebung möchten sich der Landi Weinland (mit Sitz in Marthalen) anschliessen.

Die Landi Dägerlen und Umgebung lehnte zwar noch vor drei Jahren den Anschluss an die Landi Weinland ab. Bei Schlatt und Umgebung war es die Landi Stammertal, die im vergangenen Jahr die geplante Hochzeit entlang dem Rhein und Stammertal platzen liess. Nun haben sich die drei Landis erneut zu Gesprächen getroffen und Anfang Jahr konnten die entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden. Ende vergangener Woche sind die Genossenschafter über die jüngsten Schritte informiert worden.

Volg-Bäckerei mit besonderem Potenzial

«Die Zeiten sind vorbei, als der Geschäftsführer als Zahnkämpfer alle Geschäfte alleine erledigte, sagt Martin Ott von der Landi Schlatt. Die Erneuerung der EDV-Anlage und die eher kleine Getreidesammelstelle mitten im Dorf seien grosse Herausforderungen. «Die Anlagen sind veraltet und ein Ausbau ist nicht mehr möglich», sagt Ott. Schlatt kennt als einzige der drei Landis noch Solidarhaftung und Nachschusspflicht der 114 Genossenschafter. Schlatt weist mit 41 Mitarbeitern einen Umsatz von 18,8 Millionen Franken auf. Besonderes Potenzial habe die Volg-Bäckerei, die zur Landi Schlatt gehört.

«Die Fusion bringt für alle Vorteile», sagt Martin Schönenberger, Präsident der Landi Dägerlen. Für ihn hat sich die Ausgangslage seit der ersten gescheiterten Fusion nicht gross verändert. Die fehlende Stellvertreterregelung, die Kunden- und Liegenschaftsbetreuung und anstehende grosse Investitionen in der Informatik seien offene Fragen. Die Landi Dägerlen mit 199 Genossenschaftern und 40 Mitarbeitern erbringt einen Umsatz von 15,8 Millionen Franken.

Leo Schmid, Präsident der Landi Weinland, stellte das neue Konzept mit angepassten Strukturen nach dem Zusammenschluss vor. Vorerst wird auf die Lagerhausstandorte Marthalen, Dägerlen und Rickenbach gesetzt. Lagerhaus und Getreidesammelstelle Schlatt sollen auf Ende 2018 geschlossen werden. Die Getreideübernahme soll in Marthalen konzentriert werden. Bei der Übernahme der Kartoffeln wird alles wie bisher erfolgen und zugleich wird der Lieferdienst ausgebaut. Die Administration wird in Marthalen konzentriert, die Mitarbeitenden werden möglichst alle weiter beschäftigt.

Fusion erfordert Zweidrittelmehrheit

Mit der Fusion übernehmen alle die Statuten der Landi Weinland. Ein Zusammenschluss soll sich auch wirtschaftlich lohnen. Entsprechend ist die Rede von 0,5 Prozent mehr Gewinnmarge. Nun liegt der Entscheid bei den Genossenschaftern. Die Genossenschaften von Schlatt und Dägerlen müssen vorgängig zur Landi Weinland an ihren Generalversammlungen der Fusion mit Zweidrittelmehrheit zustimmen. Dann haben die Genossenschafter der Landi Weinland im Mai das letzte Wort, indem sie einzeln beiden Fusionsverträgen ebenfalls mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen müssen. Stimmen alle zu, so erfolgt die Fusion rückwirkend auf den 1. Januar 2018. Zugleich wird im Juni oder Juli eine konstituierende Generalversammlung nötig.

Roland Müller

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch