Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

SCHLAGZEILE: Im Visier: Mobbing-Vorwürfe bei der Kantonspolizei

Einer Polizistin wurde letztes Jahr die Festanstellung verweigert. Nun erhebt sie im «Blick» schwere Vorwürfe gegen das Thurgauer Polizeikorps.
Peter Exinger

Die Angelegenheit ist delikat. In der Tageszeitung «Blick» erhob gestern die Polizistin «Andrea M.» schwere Vorwürfe gegen einen Thurgauer Postenchef der Kantonspolizei. Die Schlagzeile lautet: «Er machte systematisch Stimmung gegen mich».

«Andrea M.» behauptet weiter, sie sei gemobbt worden: «Ich wurde rausgeekelt, weil ich zu offen, zu kritisch war!» Bereits im Sommer letzten Jahres räumte «Andrea M.» nach einer auf sechs Monate verlängerten Probezeit ihren Arbeitsplatz bei der Kantonspolizei in Frauenfeld.

Offensichtlich erst einige Monate später meldet sich «Andrea M.» mit einem «Abschiedsschreiben/Resümee», dass auch die zuständige Regierungsrätin Cornelia Komposch zur Lektüre erhält. Dieses beantwortet die Departementsvorsteherin für Justiz und Sicherheit in einem Mail an «Andrea M.» im April 2017. Darin bedankt sie sich für die lobenden und kritisierenden Worte zu ihrem Weggang. Komposch versichert, sie habe sich mit dem zuständigen Kommandanten Jürg Zingg eingehend mit dem Fall auseinandergesetzt.

Die Regierungsrätin bedauert den Fall

«Wir bedauern, dass es so weit hat kommen können; wissend, dass sich das Rad nicht zurückdrehen lässt. Wir ziehen unsere Schlüsse aus dieser (und weiteren) Geschichte und sind bestrebt, eine Personalpolitik zu betreiben, die nicht zu solchen Fällen führt», schreibt Komposch.

Zwar konnte die Kantonspolizei vor Drucklegung des Mobbing-Artikels Stellung beziehen, jedoch «die Heftigkeit der Vorwürfe haben uns überrascht und enttäuscht», sagt Andy Theler, Sprecher der Kantonspolizei, und die Argumente «sind nur zu einem kleinen Teil» im besagten Artikel «berücksichtigt worden», wie Kapo-Kommandant Zingg in einem internen Mail gestern an die Kolleginnen und Kollegen der Kantonspolizei geschrieben hat.

«Vorausschicken wollen wir, dass uns keinerlei Anzeichen für Mobbing bei der Kantonspolizei vorliegen, auch wurde dieser Vorwurf bisher nie an uns herangetragen», heisst es in der schriftlichen Stellungsnahme, welche die Kapo der Redaktion vom «Blick» übermittelt hat. Vielmehr sollen sich während der Probezeit von «Andrea M.» «Defizite bei fachlichen Kernkompetenzen» abgezeichnet haben, die auch in internen Beurteilungen so festgehalten worden sind.

Die Kantonspolizei versichert, dass während der Probezeit von «Andrea M.» «ein sehr hoher Betreuungs- und Ausbildungsaufwand» betrieben wurde, «wie er nach einem Eintritt aus einem anderen Korps bis anhin bei der Kantonspolizei Thurgau noch nie der Fall war».

«Andrea M.» sei von drei Mitarbeitern nacheinander betreut worden. Alle hätten ihre Schwächen angesprochen und alle drei seien bei ihr deswegen «in Ungnade gefallen». Die Polizistin habe schliesslich sogar zahlreiche Lektionen in der polizeilichen Grundausbildung noch einmal besuchen dürfen. Die in der Boulevard-Zeitung angetönten anonymen und pauschalen Vorwürfe weist die Kantonspolizei «mit Entschiedenheit zurück», bedauert aber wie die Regierungsrätin, dass es trotz aller Bemühungen nicht zur festen Anstellung von «Andrea M.» gekommen sei.

Peter Exinger

peter.exinger@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.