Schlaflos im Südthurgau

Südsicht

Olaf Kühne
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Noch viermal schlafen. Dann sind im Hinterthurgau zahl­reiche Sitze neu besetzt. Ein Wahl- und Abstimmungswochenende steht vor der Türe – und sorgt dafür, dass in den kommenden vier Nächten nicht alle Hinterthurgauer ruhig schlafen können. Gemeint ist nicht der vielbeschworene Mittelschlichtler, dem die Unternehmenssteuerreform das sauer verdiente Geld aus der Tasche ziehen wird. Auch nicht der überfremdete Nationalist, dem es vor erleichterten Einbürgerungen graust.

Die Rede ist vielmehr von den Kandidatinnen und Kandidaten für die Schulbehörden, insbesondere für die Schulpräsidien. Ein guter Schlaf ist selbstredend jedermann zu gönnen. Allen voran aber denjenigen, die sich für ein Amt zur Verfügung stellen, mit dem sich nicht die grossen Lorbeeren verdienen lassen. Gegönnt heisst aber längst nicht geschlafen. Deshalb dürfte manchen Aspiranten auf das Schulpräsidium noch die eine oder andere schlaflose Nacht ins Haus stehen. Legale oder illegale Schlafmittel sind dabei zwar durchaus hilfreich, aber im konkreten Fall auch nicht das Gelbe vom Ei. Schliesslich soll ein Schulpräsident ja auch ein Vorbild für die Jugend sein – sagt man.

Bleibt also nur: Augen zu und durch. Am Sonntag ist es ausgestanden. Zumindest in Schulgemeinden, wo nur zwei ernsthafte Kandidaten fürs Präsidium antreten. Sprich: in Eschlikon. Oder allerorten, wo die Wahl des Bisherigen oder einzigen Neuen eh nur eine Formsache ist. Nicht zu diesen ruhigen – schläfrigen wäre zu böse – Schulgemeinden gehört derzeit Münchwilen. Zu viert bugsieren sie sich wohl in den zweiten Wahlgang. Aus demokratischer und journalistischer Sicht natürlich eine tolle Sache. Schlafmediziner raten von einer solchen Kandidatenschwemme hingegen dringend ab. Darum an dieser Stelle ein herzliches «Buona notte» an alle Kandidatinnen und Kandidaten.

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch