Schenkkreis als Verein getarnt – vier Personen verhaftet

AADORF. 3000 Prozent Rendite hat der Verein DFF-Bildung seinen Kunden versprochen. Ende September hat die Polizei vier Personen verhaftet, wie K-Tipp berichtet.

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Die vier Verhafteten versprachen ihren «Kunden», schnelles Geld machen zu können. (Symbolbild: Keystone)

Die vier Verhafteten versprachen ihren «Kunden», schnelles Geld machen zu können. (Symbolbild: Keystone)

Ende März kritisierte K-Tipp die Versprechen des Thurgauer Vereins DFF-Bildung. Unter dem Deckmantel eines Bildungsinstituts betrieben fünf Schweizer einen Schenkkreis. Ende September schlug die Polizei laut K-Tipp zu. Polizeisprecher Ernst Vogelsanger bestätigt, dass die Beamten vier Personen aus dem DFF-Vorstand und dessen Umfeld verhaftet haben. «Man hat umfangreiches Material sichergestellt», sagt Vogelsanger. Ermittelt wird wegen Verdacht auf Betrug und Verstoss gegen das Lotteriegesetz. Die vier Beschuldigten sind inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Der Traum vom schnellen Geld
An Informationsveranstaltungen versprachen die Vorstandsmitglieder gemäss K-Tipp den Besuchern bei einer Investition von 15'000 Franken in ein Bildungspaket 470'000 Franken Gewinn. Einzige Bedingung: Sie animieren zwei Freunde ebenfalls 15'000 Franken zu investieren.

Um den illegalen Hintergrund zu kaschieren, gab sich der Verein mit Sitz in einer schäbigen Liegenschaft in Aadorf als Bildungsinstitution aus. Mitglieder konnten zu ermässigten Preisen Referate und Workshops besuchen. Der Vereinsverantwortlichen gelang es sogar, die Wirtschafts- und Politberaterin Sonja A. Buholzer und die Astrologin Monica Kissling als Referentinnen zu verpflichten. Sie wussten allerdings nichts vom illegalen Treiben von DFF-Bildung, schreibt K-Tipp.

Wohl rund 1000 Geschädigte
Dass es sich um ein illegales Schneeballsystem handeln könnte, wussten die Vereinsgründer seit Oktober 2008. Sie hatten ein juristisches Gutachten angefordert. Darin wurden sie davor gewarnt, den Schenkreis zu lancieren. Nach dem K-Tipp-Artikel erstatteten Mitglieder Anzeige. Der Verein brach im Juli auseinander. Rund 1000 Mitglieder Vereins haben laut K-Tipp vermultich ihre Einlage von je 15‘000 Franken verloren. (red.)

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