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Scheibe zeigen und schiessen

ERMATINGEN. Das Gangfischschiessen gehört zu Ermatingen wie die Groppenfasnacht. Die Ermatinger Schützen und ihre Zeiger im Graben trainieren für diesen Anlass.
Gudrun Enders
Im Zeigergraben: Zeigerchef Gion Kreis dreht die alten Olympiascheiben aus dem Schussfeld. (Bild: Gudrun Enders)

Im Zeigergraben: Zeigerchef Gion Kreis dreht die alten Olympiascheiben aus dem Schussfeld. (Bild: Gudrun Enders)

Sieben Sekunden herrscht Ruhe im Zeiger-Graben. Gion Kreis hält in der einen Hand seine Stoppuhr, die andere ruht an einer Stange. Nun schiebt Kreis das Gestänge nach vorne. Über ihm drehen sich die alten Olympiascheiben ins Schussfeld. Drei Sekunden lang kracht und chlöpft es. Das dringt sogar noch unterm Schallschutz an die Ohren. Kreis schiebt die Stange zurück, die Olympiascheiben drehen sich um 90 Grad und bieten für die nächsten sieben Sekunden kein Ziel.

Kreis arbeitet konzentriert, gibt kurze Kommandos. Seine Männer parieren flott und routiniert im Zeiger-Graben. Seit zwölf Jahren amtet der 36jährige Kreis als Zeigerchef für das Gangfischschiessen. Unter der Woche arbeitet er im Zeughaus in Wangen an der Aare. Am Wochenende kehrt er zurück in sein Heimatdorf Ermatingen. Dort trainieren die Gewehr- und die Pistolenschützen zurzeit jedes Wochenende gemeinsam für das Gangfischschiessen, das am 8. und 9. Dezember über 2000 Schützen aus der Schweiz an den Untersee locken wird. Weil die Ermatinger Schützen am eigentlichen Anlass helfen, messen sie sich schon am 2. Dezember beim Vorschiessen.

Nur für Ermatingen gedruckt

Das Gangfischschiessen ist einmalig in der Schweiz. Besonders ist etwa, dass die Gewehrschützen im Stehen schiessen. «Speziell ist auch, dass nicht auf normale Scheiben, sondern auf die alte Olympiascheibe geschossen wird», sagt Arnold Ribi, OK Chef Pistolen-Gangfischschiessen. Die Scheiben werden extra von der Firma Kuert in Langenthal nahe Bern gedruckt. Arbeitsintensiv müssen sie von Hand aufgezogen werden; zur besseren Haltbarkeit erhalten die Scheiben auf der Rückseite sogar einige Lagen Thurgauer Zeitung als Verstärkung.

Nach alter Väter Sitte

Das Ergebnis der Gewehrschützen wird noch nach alter Sitte mit Zeigern gemeldet. Trifft ein Schütze voll ins Schwarze, hält der zuständige Zeiger eine weisse Scheibe aus dem Graben in die Höhe. Eine Scheibe, die wie ein Stoppschild aussieht, zeigt neun Punkte an. Bei Treffern von eins bis acht Punkten wird die Lage des Schusses mit einer orangefarbenen Scheibe angezeigt und die Punktzahl mit einer schwarzen Scheibe. Viele Schiessstände sind automatisiert, von Hand gezeigte Ergebnisse kennen Jungschützen kaum noch. «Wir halten diese Sitte lebendig», sagt Zeigerchef Kreis.

www.gangfischschiessen.ch

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