Schattenspiel an der Kirchenwand

FRAUENFELD. «GeschichtenLichter» heisst die neue Weihnachtsbeleuchtung in der Frauenfelder Innenstadt. Projektoren werfen an zehn Orten scherenschnittartige Bilder an Häuserfronten. Gestern weihten Stadt und IG Innenstadt die Illumination ein.

Stefan Hilzinger
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Hirten und die Heiligen Drei Könige erscheinen an der Wand der Kirche. Das Volk unterhält sich bei Glühwein. (Bild: Stefan Hilzinger)

Hirten und die Heiligen Drei Könige erscheinen an der Wand der Kirche. Das Volk unterhält sich bei Glühwein. (Bild: Stefan Hilzinger)

«Fürchtet Euch nicht», spricht Erzengel Gabriel Mut zu. Also schreiten Stadtpräsident Anders Stokholm und Christian Wälchli, Präsident der Interessengemeinschaft Frauenfeld Innenstadt (IG Fit) zur Tat.

Sie stecken die beiden Enden der Stromkabel ineinander und alsbald zeichnen sich an der Fassade der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld die ersten Bilder ab. Hoch oben am Turm schweben zwei Engel, links sind Schafe und Hirten zu sehen, in der Mitte die Heilige Familie, darunter gehen Kaspar, Melchior und Balthasar ihrem Ziel zu.

Weihnachtlicher Themenweg

Gestern abend ging unter den Augen einer stattlichen Anzahl Schaulustiger die neue Weihnachtsbeleuchtung der Frauenfelder Innenstadt in Betrieb. «GeschichtenLichter» heisst das Spiel mit Licht und Schatten. Es erzählt an zehn Stationen zwischen Soldatendenkmal und Rathaus sechs Themen aus der Weihnachtsgeschichte. Die alte Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt war zu reparaturanfällig. Sie sollte erneuert werden. In einem Ideenwettbewerb setzte sich der Vorschlag der St. Galler Firma Kaluza + Schmid durch. Eine Jury aus Fachleuten, Vertretern von Stadt und der IG Fit hatte sich für das schwarz-weisse Lichtspiel entschieden.

Stadtpräsident Stokholm freute sich, dass ausgerechnet in Frauenfeld Motive aus der Weihnachtsgeschichte an Fassaden projiziert werden. «Manche werden nun denken, typisch Stokholm, der ist ja auch noch Pfarrer.» Aber nein, er sei nicht Mitglied der Jury gewesen.

Goldene Engel und Christbäume

Die Bilder erscheinen in den Abend- und Nachtstunden, tagsüber verbreiten über die Strassen gehängte goldene Engel adventliche Stimmung. Die bisher roten Christbäume sind heuer golden. «Soll aber niemand auf die Idee kommen, die Stadt wolle etwas vergolden», sagt Stokholm. Das Gemeinschaftswerk setze einfach die schmucke Innenstadt besinnlich in Szene.

Zur Weihnachtsbeleuchtung ist bei den Geschäften der Innenstadt ein kleiner Faltplan erhältlich.