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SCHAFE STATT WILDSCHWEINE GETROFFEN: Der Jäger wirft seine Flinte ins Korn

Der Jäger, der auf Schafe statt Wildschweine schoss, hat die Tiere trotz Nachtsichtgerät verwechselt. Der Tierschutzverband fordert, den Einsatz dieses Kriegsmaterials für die Wildschweinjagd zu überdenken.
Vier der irrtümlicherweise erschossenen Schafe starben sofort, drei weitere mussten aufgrund ihrer Verletzungen notgeschlachtet werden. (Bild: pd/Symbolbild)

Vier der irrtümlicherweise erschossenen Schafe starben sofort, drei weitere mussten aufgrund ihrer Verletzungen notgeschlachtet werden. (Bild: pd/Symbolbild)

«Der Jäger ist am Boden zerstört», sagte der Präsident der Jagdgesellschaft Affeltrangen. In seinem Jagdrevier hatte zuvor ein Mann auf der nächtlichen Jagd versehentlich auf Schafe geschossen, weil er sie für Wildschweine hielt. Vier der Nutztiere starben sofort, drei weitere mussten aufgrund ihrer Verletzungen notgeschlachtet werden.

Nun zeigte der fehlbare Schütze Reue. Wie «Blick» schrieb, zieht der Schütze selber Konsequenzen und gibt seine Jagdkarte ab. «Freiwillig», sagt Roman Kistler, Chef der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung auf Anfrage. Auf unbestimmte Zeit habe der Jäger seine Jagdzulassung beim Kanton hinterlegt.

Nachtsichtgerät schützt nicht vor Verwechslung

Kistler bestätigt, dass der Jäger in jener Nacht ein sogenanntes Nachtsichtzielgerät einsetzte. Solche Zielfernrohre mit der Eigenschaft, bei Dunkelheit oder sehr schwachen Lichtverhältnissen besser sehen zu können, sind umstritten. Der Bund stuft sie als Kriegsmaterial ein und verbietet ihren Einsatz grundsätzlich. Den Kantonen steht aber das Recht zu, für die Wildschweinjagd Ausnahmebewilligungen zu erteilen. Nicht alle machen davon Gebrauch, der Thurgau umso häufiger. Hier kommen Nachtsichtzielgeräte in der Jagd auf Wildschweine regelmässig zum Einsatz. Denn auf den Jagdgesellschaften lastet ein Druck. Die Population der scheuen Wildschweine ist gross, die Schäden in der Landwirtschaft häufig und teuer. Das Amt für Jagd- und Fischereiverwaltung erteilt die Bewilligungen für Nachtsichtgeräte. Etwa 100 bis 120 Thurgauer Jäger besitzen die Erlaubnis, solche einzusetzen, sagt Kistler. Auch der fehlbare Schütze habe eine Bewilligung gehabt. Dennoch kam es zur fatalen Verwechslung.

«Der Vorfall bei Affeltrangen hat gezeigt, dass der Jäger trotz Nachtsichtzielgerät nicht in der Lage war, Schafe von Wildschweinen zu unterscheiden», schreibt der Thurgauische Tierschutzverband in einem Brief an Regierungsrätin Cornelia Komposch, Vorsteherin des Departements für Justiz und Sicherheit. Die Tierschützer fordern in ihrem Schreiben, dass der Einsatz dieses Hilfsmittels zur Jagd überdacht werde. «Wir setzen uns dezidiert für eine ethische Jagd ein», ohne Nachtsichtgerät. Wenn Jäger nicht wissen würden, vorauf sie schiessen, weil sie nichts sehen, «dann gehört eine Waffe nicht mehr in ihre Hände.»

Silvan Meile
silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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