Schädelbruch beim Holzfällen

WELLHAUSEN. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern nachmittag beim Holzfällen in der Bürgerwaldung ereignet. Die Vorarbeiten zum Fällen einer grossen Föhre waren so weit getroffen, dass das Seil am Wipfel befestigt werden konnte.

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WELLHAUSEN. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern nachmittag beim Holzfällen in der Bürgerwaldung ereignet. Die Vorarbeiten zum Fällen einer grossen Föhre waren so weit getroffen, dass das Seil am Wipfel befestigt werden konnte. Kaum war der Mann, der dies vorgenommen hatte, heruntergestiegen, brachte ein heftiger Windstoss den Baum ins Wanken. Noch ehe ein Warnruf ertönen konnte, fiel die Föhre. Gemeindeverwalter Freyenmut, Sohn von Steuerkommissär Freyenmut, wollte, wie Augenzeugen vermuten, rückwärtsgehend dem fallenden Baum ausweichen. Dabei strauchelte er und fiel mit dem Hinterkopf auf einen Baumstamm, so dass infolge eines Schädelbruches der sofortige Tod eintrat.

Schrecken und Trauer

Gross war der Schrecken und die Trauer als man seiner Gattin und seiner Mutter den Leichnam des am Morgen gesund und fröhlich zur Arbeit Ausgezogenen ins Haus brachte. Ebenso erschütternd war es für den Vater, der sich in Amtsgeschäften auswärts befand, als ihn die Kunde vom Unglücksfall traf. Doch nicht nur seine Angehörigen werden von dem Verluste schwer getroffen. Auch in der ganzen Gemeinde bedauert man den Hinschied des 37jährigen Mannes, der wegen seines ruhigen und bescheidenen Wesens, seiner Tüchtigkeit und seines Charakters die allgemeine Achtung und Liebe und das Zutrauen seiner Mitbürger in vollem Masse genoss.

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Mangel im Krieg

Der Krieg hat auch einen nicht unbedenklichen Mangel an unseren Heimatscheinen offenbart. Ein Thurgauer in den Straits Settlements (britische Besitzung in Hinterindien) fand es für geraten, in diesen sturmbewegten Zeiten sich durch seine Angehörigen einen Heimatschein zur Beglaubigung seiner schweizerischen Staatsangehörigkeit besorgen zu lassen. Er vermisst aber auf der Urkunde nun sehr die Bestätigung seines Schweizer Bürgerrechts.

Kein Mensch in Singapore kümmert sich, wie er schreibt, natürlich darum, dass und ob er ein echter und währschafter Thurgauer sei, zumal da dort draussen von den Staatsbeamten keiner wisse, dass es irgendwo auf der Welt einen Kanton Thurgau gebe, geschweige denn wo er liege. Man wünsche sein schweizerisches, nicht sein lokales Bürgerrecht beglaubigt zu sehen. Das ist durchaus auch verständlich. Der Mangel rührt daher, dass es kein besonderes schweizerisches Bürgerrecht gibt, sondern nur ein kantonales, durch dessen Erwerb man ohne weiteres Schweizer Bürger wird. Unseres Wissens ist dem Übelstand bereits dadurch abgeholfen worden, dass dem Formular für den Heimatschein wenigstens die Worte «Schweizerische Eidgenossenschaft» aufgedruckt wurden. Die Sache ist gerade in dieser Zeit von nicht geringer Bedeutung.