Scanner sorgen für 16 Festnahmen

FRAUENFELD. Die Nummernschildscanner schlugen letztes Jahr 320mal Alarm. Sie entlarven zum Beispiel Autofahrer, die trotz eingezogenem Führerschein am Steuer sassen. In einigen Fällen erfassten sie Personen, nach denen gefahndet wurde.

Christof Widmer
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Diese Fahrzeugfahndungsanlage auf der A7 scannt die Nummernschilder aller vorbeifahrenden Autos. (Bild: pd/Kantonspolizei Thurgau)

Diese Fahrzeugfahndungsanlage auf der A7 scannt die Nummernschilder aller vorbeifahrenden Autos. (Bild: pd/Kantonspolizei Thurgau)

Acht Nummernschildscanner stehen im Thurgau mittlerweile im Einsatz. Sie lesen bei allen vorbeifahrenden Autos die Nummer ab. Innert kürzester Zeit werden diese mit Fahndungsdatenbanken abgeglichen. Taucht dort eine der gescannten Nummern auf, schlägt das Fahndungssystem Alarm, worauf eine Patrouille der Kantonspolizei ausrücken kann, um das Auto anzuhalten.

320mal ist das letztes Jahr passiert. So oft hat die Kantonspolizei laut Mediensprecher Andy Theler Detailabklärungen zu gescannten Fahrzeugen gemacht. In 130 Fällen ergaben die Abklärungen keinen Treffer. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Auto zwar einem Halter gehört, dem der Führerausweis eingezogen worden ist, am Steuer aber jemand anderes sass.

Ohne Versicherung unterwegs

Am meisten Treffer gab es, weil der Versicherungsschutz für das Auto fehlte oder weil ein Fahrer aus dem Ausland seine Busse nicht gezahlt hatte. Fast 40mal sei jemand erwischt worden, der trotz Entzugs des Führerausweises am Steuer sass, sagt Theler. In 20 Fällen seien Personen, Fahrzeuge oder Nummernschilder erfasst worden, die im Polzeifahndungssystem Ripol ausgeschrieben waren. 16 Personen wurden aufgrund dessen festgenommen, sagt Theler.

Datenschutz funktioniert

Wie der kantonale Datenschützer in seinem gestern veröffentlichten Bericht schreibt, hält die Kantonspolizei mit den Nummernscannern alle Datenschutzvorgaben ein. Er hat dies eigens kontrolliert. Die Scanner melden demnach nur jene Autonummern an die Kantonspolizei, die in den Datenbanken als gesucht vermerkt sind. Alle anderen bei den Kameras vorbeifahrenden Autos würden nicht gemeldet, schreibt Fritz Tanner. Die Fotos der nicht gesuchten Fahrzeuge würden nicht gespeichert. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fahrzeugfahndung über den datenschutzrechtlich zulässigen Zweck hinausgehe.

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