SC Aadorf wartet auf Geld des Juventus-Fussballcamps

Es wird kein weiteres Juventus-Camp in Aadorf geben. Die Veranstalter sind mit der Unterstützung des SC Aadorf nicht zufrieden. Präsident Hans-Jörg Schaub stört die Absage wenig.

Thomas Ammann
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Da herrschte noch eitel Sonnenschein: Die Kinder und Trainer während des Fussballcamps in den Frühlingsferien in Aadorf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Da herrschte noch eitel Sonnenschein: Die Kinder und Trainer während des Fussballcamps in den Frühlingsferien in Aadorf. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Aadorf. Das Aufsehen war gross. Das grosse Juventus Turin kommt nach Aadorf. Die Juventus Soccer School organisierte während der Frühlingsferien ein Fussballcamp im Hinterthurgau. 40 Kinder liessen sich die Chance nicht entgehen, unter der Anleitung von Juventus-Trainern zu kicken. Die Veranstalter kündigten damals an, in den Herbstferien ein weiteres Camp durchzuführen. Doch daraus wird nun nichts.

«Die Insegna Sports AG hat uns mitgeteilt, dass sie nicht mehr kommen werde», sagt SC-Aadorf-Präsident Hans-Jörg Schaub. Die Insegna Sports AG organisiert in der Schweiz die Juventus-Camps. «Sie sagten, sie hätten mehr Teilnehmer und Unterstützung vom Verein erwartet», so Schaub weiter. Für den Präsidenten ist indes klar, dass die Sportagentur für das Marketing und das Anwerben der Kinder zuständig ist. «Wir haben lediglich die Infrastruktur zur Verfügung gestellt.» Den Grund für die tiefe Teilnehmerzahl sieht Schaub in den hohen Teilnahmekosten. «Für fast 500 Franken kommen nur noch Angefressene.»

«Gegen uns gearbeitet»

Eigentlich waren drei Camps vereinbart worden. Doch die Trennung nach der Premiere hatte sich abgezeichnet. Gegenüber der Thurgauer Zeitung äusserte sich Raffaele Cervera von Insegna Sports schon während des Camps enttäuscht. «Ich bedauere die Skepsis der Vorstandsetage des SC Aadorf. Ich habe mehr Unterstützung erwartet», sagte Cervera damals.

Die Vorwürfe heute sind weit happiger: «Der Präsident hat nicht mit offenen Karten gespielt und von Anfang an gegen uns gearbeitet», behauptet Cervera. «Er verbreitete Unwahrheiten, wie <die Teilnehmer müssten Italienisch können, oder nur Italiener seien willkommen>.» Cervera glaubt, dass Aadorf eine grosse Chance verpasst hat. «Sie waren der erste Club, der ein Juventus-Camp organisieren konnte. Aber sie haben nichts daraus gemacht.»

Insegna schuldet SC Aadorf Geld

Hans-Jörg Schaub ist indes nicht enttäuscht über die Absage des Juve-Camps im Herbst. «Wir waren vom Konzept von Anfang an nicht überzeugt.» Viel mehr ärgert Schaub, dass die Insegna Sports AG ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem SC Aadorf nicht nachgekommen ist. «Sie schulden uns einen Betrag für die Miete und Benützung der Infrastruktur sowie für den Samariterposten.» Bis heute sei kein Geld geflossen.

Nächste Chance in Kreuzlingen

Deshalb hat Schaub nun das Betreibungsamt informiert. Über dieses Vorgehen ist Raffaele Cervera enttäuscht, sagt aber: «Herr Schaub wird sein Geld erhalten.» Warum er die Rechnung noch nicht beglichen hat, sagt er nicht. Über den Betrag schweigen beide.

Mittlerweile musste ein weiteres Camp in Dietikon «wegen schlechter Zusammenarbeit» abgesagt werden, wie Insegna auf ihrer Homepage mitteilt. Im Oktober findet dafür laut Cervera ein Fussballlager in Kreuzlingen statt.