SBB: Thurgauer erhalten schnelleren Anschluss nach Zürich

Die SBB planen ab 2030/35 den 30-Minuten-Takt im Fernverkehr, teilweise sogar den 15-Minuten-Takt. Dank Brüttener Tunnel und schlankeren Anschlüssen kommt man aus Orten wie Berg und Bischofszell eine Viertelstunde schneller nach Zürich.
Thomas Wunderlin
Ein Schnellzug passiert eine Baustelle bei Mauren. (Bild: Reto Martin)

Ein Schnellzug passiert eine Baustelle bei Mauren. (Bild: Reto Martin)

Durch den Brüttener Tunnel fährt der Zug in Zukunft deutlich schneller von Winterthur nach Zürich als auf der kurvenreichen Strecke aussen herum. Zusätzlich wollen die SBB auf dieser Strecke ab 2030/35 Non-Stop-Verbindungen einführen, die es bisher nicht gibt.

So muss der Zug nicht mehr den Umweg über den Flughafen nehmen und er kann mit höherer Geschwindigkeit fahren. Die Fahrt von Zürich nach Winterthur wird zehn Minuten kürzer, sagt Stefan Thalmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Thurgauer Departement für Inneres und Volkswirtschaft.

Weiter östlich liegen zusätzliche Minuten auf der Strecke. Insbesondere in Weinfelden kann mit besseren Anschlüssen einiges gewonnen werden. Heute wartet dort beispielsweise ein Passagier, der von Bischofszell kommt, manchmal zehn Minuten auf die Weiterfahrt nach Zürich. Von Orten wie Bischofszell oder Berg kommt man eine Viertelstunde schneller nach Zürich, heisst es in einer SBB-Mitteilung zum Ausbauschritt 2030/35, der den Namen Step trägt. Dabei handle sich erst um einen Vorschlag, betont SBB-Mediensprecher Oli Dischoe. Die Fahrt Bischofszell-Zürich dauert heute eine Stunde und 19 Minuten.

Heute kommt man mit der S-Bahn aus Bischofszell oder Berg zur vollen oder zur halben Stunde in Zürich an (00/30-Knoten). Neu werden diese beiden S-Bahn-Linien um exakt 15 Minuten gedreht. «Man kommt dann mit dem Brüttener Tunnel immer noch in den 00/30-Knoten Zürich», erklärt auf Nachfrage SBB-Sprecher Reto Schärli. So ergebe sich eine Fahrzeitreduktion von 15 Minuten, wenn man weiter als Zürich HB fahre. «Betrachtet man nicht die Knotenfunktion, sondern nur Zürich HB als Zielort, dann sind es 10 Minuten Fahrzeitverkürzung.»

Auf einigen Strecken wird der Viertelstundentakt eingeführt

Im Fernverkehr soll es nur noch zwei Zugskategorien geben: Der Intercity (IC) verbindet die grossen Städte, der Interregio (IR) erschliesst die regionalen Zentren und bindet diese an die grossen Städte an. Nachdem die SBB in den 1980er Jahren den Stundentakt eingeführt haben, wollen sie ihr Angebot im Fernverkehr grundsätzlich auf den Halbstundentakt ausrichten. Auf einigen stark genutzten Strecken ist sogar der Viertelstundentakt vorgesehen. Dieser ergibt sich aus zwei sich überlagernden Halbstundentakten, unter anderem auf den Strecken Winterthur-Weinfelden und Winterthur-Wil. Gemäss dem Konzept, das die SBB im November veröffentlichten, gäbe es im Thurgau auch Verlierer. So sind darin keine direkten Schnellzüge von Romanshorn zum Flughafen vorgesehen. ÖV-Experte Thalmann relativiert: «Der Fahrplan ist noch längstens nicht fertig; das ist alles sehr hypothetisch.» Die SBB hätten nur dargelegt, wie er aus ihrer Sicht aussehen könnte.

Zwei zusätzliche Zugpaare Richtung Thurgau

Mit dem Bau des Brüttener Tunnels werden laut Thalmann pro Stunde zwei zusätzliche Zugpaare von Zürich Richtung Thurgau verkehren. Zur Zeit sei noch offen, wie weit sie fahren: «Nach Frauenfeld, nach Weinfelden oder noch weiter.» Entscheiden werde das Bundesamt für Verkehr – in Absprache mit den SBB und den Kantonen.

Noch nicht mal der Bau des Brüttener Tunnels steht laut Thalmann fest, wenn er auch sehr wahrscheinlich sei. Das eidgenössische Parlament wird 2019 darüber entscheiden.

Ein Anliegen des Thurgaus sind laut Thalmann direkte Fernverkehrsverbindungen von Romanshorn und Kreuzlingen nach Zürich «und wenn möglich zum Flughafen».

Heute verkehren zwei Schnellzugpaare pro Stunde zwischen Zürich und dem Thurgau. Alle halbe Stunde kommt ein Zug nach Weinfelden und fährt abwechslungsweise nach Kreuzlingen und Romanshorn weiter. Laut Thalmann wäre es aus Thurgauer Sicht wünschenswert, wenn die Züge in Weinfelden geteilt würden und je eine Zughälfte nach Kreuzlingen und Romanshorn weiterfahren würde. So entfiele für die Passagiere das Umsteigen in Weinfelden.

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