SBB geben in Flawil nach

Bahnverkehr Flawil kann aufatmen: Mit dem Fahrplanwechsel von Mitte Dezember 2018 verkehren in Flawil weiterhin die Fernverkehrszüge im Halbstundentakt. Kritik setzt es vom Gemeinderat aber wegen geplanter Nachteile für den Knoten Wil ab.

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Bahnverkehr Flawil kann aufatmen: Mit dem Fahrplanwechsel von Mitte Dezember 2018 verkehren in Flawil weiterhin die Fernverkehrszüge im Halbstundentakt. Kritik setzt es vom Gemeinderat aber wegen geplanter Nachteile für den Knoten Wil ab.

Im Dezember 2018 steht den SBB ein grosser Fahrplanwechsel bevor. Im Mai 2015 hatten die SBB der Gemeinde Flawil mitgeteilt, dass ab dann der Intercity Genf–Bern–St. Gallen nur noch «eventuell in Flawil» halten werde.

Nach jahrelangen Interventionen bei den SBB und beim Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St. Gallen steht nun fest: Die Fernverkehrszüge halten auch ab Dezember 2018 noch in Flawil, wie es in der gestrigen Mitteilung der Flawiler Ratskanzlei heisst. Einer der beiden Züge werde wie heute der IC-Neigezug sein, der andere der neue Fernverkehrs-Doppelstockzug, «der den Reisenden die Qualität des bekannten IC-Doppelstöckers bietet».

Der Gemeinderat sei erleichtert und freue sich riesig darüber, schreibt er in seiner Mitteilung. Ein Bahnangebot mit Fernverkehrshalten in Flawil sei einer der wichtigsten Standortfaktoren für die Gemeinde und würde niemals ohne Widerstand aufgegeben. Von einem guten Bahnangebot im Korridor Wil–Gossau profitierten rund 110 000 Menschen.

Für den Knoten Wil sei ab Dezember 2018 jedoch mit gravierenden Nachteilen zu rechnen, steht in der Mitteilung. «Die Verknüpfung zwischen dem Regionalverkehr und Fernverkehr fällt auseinander.» So seien etwa die Verbindungen aus dem Umland von Wil in Richtung St. Gallen mit Wartezeiten von bis zu 20 Minuten am Bahnhof Wil verbunden. Diese Situation sei für Wil und die Region nicht akzeptabel. Das geplante Angebotskonzept der SBB sei deshalb dringend zu optimieren und die von den Regionen gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze zu prüfen. Gleichzeitig müssten die geplanten Investitionen in die Bahninfrastruktur zwischen Winterthur und St. Gallen endlich umgesetzt werden. (sda)