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Satirische Narren

RESTZUCKER
David Angst

Satire an der Fasnacht, geht das überhaupt? Klar. Satire ist eigentlich erst dann schön, wenn nicht alle die Pointe verstehen. Bei der Fasnacht ist es genau dasselbe. Nehmen wir ein Beispiel: Am internationalenFasnachtsumzug von Frauenfeld heisst das Motto: «Frauefelder Fasnacht isch de Brülle(r)». Dass das lustig ist, realisieren nur diejenigen, die wissen, dass das Fasnachtskomitee zuerst einen Container voll Sonnenbrillen bestellt hatte und dann ein dazu passendes Motiv suchte.

Auch am nationalen Fasnachtsumzug in Aadorf hat es ein Verständnisproblem gegeben. Eine Satirikertruppe aus dem Toggenburg hat als Sujet «Asylparadies Schweiz» gewählt, was an und für sich sehr löblich ist, weil es sonst an der Thurgauer Fasnacht eher an politischer Satire mangelt.

Nun haben spitzfindige Journalisten aber wieder mal ein Haar in der Suppe gefunden. Sie behaupten, die Hülsnerbuben seien gar keine Satiriker, sondern Nazis. Fasnachts-Experten diskutieren nun darüber, wo die Grenzen der Satire liegen. Zumindest das Bild mit dem sinkenden Schiff und den schwarzen Händen hätte man entfernen müssen, sagt etwa der Präsident der St. Galler Fasnachtsgesellschaft.

Ein schaler Beigeschmack bliebe selbst dann noch übrig. Mittlerweile ist nämlich auch noch herausgekommen, dass der Chef der Hülsnerbuben einer Facebook-Fanseite Adolf Hitlers einen «Like» gegeben hat – obwohl dieser nachweislich schon seit über 70 Jahren tot ist.

Das lässt doch gewisse Zweifel darüber aufkommen, ob er wirklich ein Satiriker ist oder nicht vielleicht eher ein Nekrophiler. Er wäre besser Trump auf Twitter gefolgt. Der ist am intergalaktischen Karneval in Davos aufgetreten.

David Angst

david.angst

@thurgauerzeitung.ch

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