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Sanierung mit Nebengeräuschen

Drei Architekturbüros bewarben sich für die Sanierung des Theaters St. Gallen. Den Auftrag bekommen hat der einstige Geschäftspartner von Kantonsbaumeister Werner Binotto. Der wehrt sich gegen die Vorwürfe der Vetternwirtschaft.
Nina Rudnicki
Werner Binotto St. Galler Kantonsbaumeister (Bild: Ralph Ribi)

Werner Binotto St. Galler Kantonsbaumeister (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Das Theater St. Gallen soll für 30 Millionen Franken renoviert werden. Acht Architekturbüros bewarben sich beim Kanton für den Auftrag. Drei schafften es in die engere Auswahl: Die beiden St. Galler Büros Klaiber Partnership und Gähler Architekten sowie Staufer & Hasler aus Frauenfeld.

Den Auftrag erhalten haben Gähler Architekten für ein Honorar von 2,5 Millionen Franken. Das Büro Klaiber hätte hingegen nur 1,3 Millionen Franken gekostet. Staufer & Hasler verlangten 3,4 Millionen Franken.

Aus Firma ausgeschieden

Brisant ist der Entscheid, den Auftrag an das Architekturbüro Gähler zu vergeben, vor allem aus einem Grund: Diego Gähler ist der ehemalige Geschäftspartner des amtierenden St. Galler Kantonsbaumeisters Werner Binotto. Gähler und Binotto hatten 1986 zusammen das gleichnamige Architekturbüro Binotto + Gähler gegründet. Vor neun Jahren wurde Binotto dann zum Kantonsbaumeister gewählt und schied aus der Firma aus.

«Zehn Jahre vergangen»

Damit konfrontiert, sagt Binotto: «Auf diesen Moment habe ich im Prinzip gewartet. Mittlerweile kenne ich die Dynamik in St. Gallen.» Darum habe er geahnt, dass er früher oder später mit dem Vorwurf der Vetternwirtschaft konfrontiert würde. Bei der Projektvergabe sei er daher vorsorglich in den Ausstand getreten. «Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass das unbedingt notwendig gewesen wäre. Es sind fast zehn Jahre vergangen, seit ich die Firma Binotto + Gähler verlassen habe.» Drei Personen haben an Binottos Stelle über die Projektvergabe entschieden. Dazu gehören Patrick Bünter, Leiter Baumanagement 1, Urs Engler, Leiter Zentrale Dienste, sowie Bruno Zünd, Projektmanager Bau.

Original oder Kopie?

Den Auftrag bekommen hat laut Binotto jenes Architekturbüro, das die Kriterien des Kantons am besten erfüllt hat. So hätten die drei Bewerber etwa darlegen müssen, wie sie das «anspruchsvolle Klima» im Stadttheater berücksichtigten. «Das Theater füllt sich innert kürzester Zeit mit Menschen, es wird schnell feucht und heiss», sagt Binotto. «Bei der Sanierung stellt sich dann die Frage, ob und wie man die Lüftung und die Heizung saniere oder ob man gleich ein ganz neues System einbaue. Als weiteres Beispiel nennt Binotto die Terrazzoböden, wo sich ebenfalls die Frage stelle, ob man sie erhalten oder austauschen wolle. Zudem ist die riesige Fensterfront mit Asbest belastet.

Auch hier mussten die drei Bewerber darlegen, wie sie damit umgehen wollen: Ob sie konventionell vorzugehen gedenken, also die originale Fensterfront durch eine Kopie ersetzen. Oder im Gegenteil, ob sie vor allem mit der bestehenden Substanz arbeiten werden. «Wir haben uns für letztere Variante entschieden», sagt Binotto. «Erfahrungsgemäss wird diese Sanierungsmethode eher etwas günstiger ausfallen.»

Mit vorhandener Bausubstanz

Die beiden Architekten Riccardo Klaiber sowie Thomas Hasler sind, auf ihre abgelehnten Bewerbungen angesprochen, kurz angebunden. Das Thema sei abgeschlossen, heisst es bei ihnen.

Beide Architekturbüros hatten ebenfalls vor, bei der Sanierung zu einem grossen Teil mit der vorhandenen Bausubstanz zu arbeiten. Zudem war Architekt Riccardo Klaiber bereits mit dabei, als der Orchestergraben des Stadttheaters im Jahr 1996 saniert wurde.

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