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SAN MATEO: Eine Thurgauerin im Silicon Valley

Als Kind träumte Tina Stäheli von zwei Dingen: Technologie und Japan. Mittlerweile hat sich die 32-jährige Frauenfelderin beides erfüllt. Zuerst war sie fünf Jahre in Tokyo, jetzt lebt sie in der Tech-Hochburg in Kalifornien.
Tina Koyama-Stäheli mit Tochter. (Bild: PD)

Tina Koyama-Stäheli mit Tochter. (Bild: PD)

Auswandern liegt bei ihr in der Familie. Nur ging Tina Stähelis Mutter vor 33 Jahren den umgekehrten Weg – von Japan in die Schweiz. «Ich wusste immer, dass ich einmal im Land meiner Mutter leben will», sagt Stäheli. Der Kulturmix zwischen Schweizer Vater und japanischer Mutter war prägend, aber nicht immer einfach. «Als ich aufwuchs, hat noch nicht jeder Sushi gegessen im Thurgau.» Ein asiatisch ausschauendes Mädchen mit einem eigenen Willen – Probleme in der Schule waren vorprogrammiert. «Doch im Rückblick hat mich das stärker gemacht.»

Nach dem Studium in visueller Kommunikation zog Stäheli nach Tokyo. «Damals gab es in der Schweiz wenig Innovation im digitalen Bereich.» Sie war begeistert. «Nicht nur, weil man nirgendwo auf der Welt besser isst als in Japan.» Wenn da nur die japanische Arbeitskultur nicht wäre. «Vor allem im kreativen Bereich arbeitest du viel und verdienst wenig.» 18-Stunden-Tage? Regelmässig. Irgendwann kam ein Jobangebot aus Kalifornien, von Twitter. Seit Stäheli mit 13 Jahren zu programmieren begonnen hatte, wollte sie immer dorthin, wo die besten Ideen herkommen. Nun war es so weit. «Und sowieso», sagt Stäheli und nimmt einen Schluck aus ihrer Teetasse: «Wer würde nicht gern mal in Kalifornien leben?» Ein paar Sachen vermisst sie dennoch: Bratwurst, Käse und das gute Brot. Und Äpfel? «Weniger.» Obwohl es ihr gefällt, wird sie mit Mann und Tochter weiterziehen. Zurück nach Japan, Kyoto, in die Heimat ihres Mannes, dessen Familie dort in 14. Generation im Reisanbau tätig ist. Damit schliesst sich auch für die Stähelis ein Kreis: Tinas Mutter wanderte vor vielen Jahren selber aus Kyoto aus.

Donat Beerli

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