Salenstein: Gemeinderat will geplanten Skulpturenweg abschmettern

SALENSTEIN. In Salenstein rumort es wieder. In ihrer Botschaft zur Gemeindeversammlung von heute abend empfiehlt der neu konstituierte Gemeinderat dem Stimmvolk ein Projekt abzulehnen, welches der Gemeinderat in seiner alten Zusammensetzung unter Roland Streit aufgegleist hatte.

Annina Flaig
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SALENSTEIN. In Salenstein rumort es wieder. In ihrer Botschaft zur Gemeindeversammlung von heute abend empfiehlt der neu konstituierte Gemeinderat dem Stimmvolk ein Projekt abzulehnen, welches der Gemeinderat in seiner alten Zusammensetzung unter Roland Streit aufgegleist hatte. Es geht um die Erstellung eines Kulturweges.

Roland Streit schaltet sich ein

Ziel des Literatur- und Skulpturenweges ist es, über eine Laufzeit von 15 Jahren 20 Skulpturen des Luzerner Künstlers Fritz Widmer auf dem Gemeindegebiet aufzustellen. In der Botschaft schreibt der Gemeinderat jetzt aber, dass die Finanzierung nicht abschliessend beurteilbar sei. Dem ehemaligen Gemeindeammann Roland Streit kommt dabei schier die Galle hoch. «Ich kann diese Behauptungen so nicht stehen lassen», sagte er gestern am Telefon.

Finanzierung gesichert

Der Künstler Fritz Widmer habe der Gemeinde die 20 Skulpturen geschenkt und die Finanzierung des Weges sei durch das Guthaben der Kulturkommission und versprochenen Sponsorenbeiträgen in der Höhe von über 28 000 Franken zum grossen Teil gesichert. Eine weitere Verfälschung sei, meint Ex-Gemeindeammann Streit, dass für die Installation und den Unterhalt der Skulpturen Werkhofmitarbeiter «zweckentfremdet» eingesetzt werden müssten. «Richtig ist, dass ein ganzes Team von Freiwilligen für diese Aufgaben bereit steht», meint Roland Streit. Auch das Argument des Gemeinderates, dass keine oder nur vereinzelte Dienstbarkeitsverträge mit privaten Eigentümern von potenziellen Standorten für Skulpturen bestünden, lässt Streit nicht gelten. «13 Skulpturen sind auf öffentlichem Grund geplant, und für die restlichen sieben Kunstobjekte haben auch schon drei Private ihr Einverständnis gegeben», sagt Streit.

Kulturkommission aufgelöst

Besonders stossend findet der ehemalige Gemeindeammann, dass der Souverän genötigt würde, über ein Projekt abzustimmen, dass ihm im Detail gar nicht bekannt sei. Gemeinderätin Ewa Zwick, die das Projekt geleitet hatte, ist seit der Neukonstituierung des Gemeinderates nicht mehr zuständig. Die Kulturkommission wurde sogar völlig aufgelöst. «Die Mitglieder der Kommission stellten keine objektive Repräsentation aus der Bevölkerung dar», steht in der Botschaft geschrieben.

Was das heisst? Auf diese Frage und zu den Aussagen von Roland Streit wollten gestern weder Gemeindepräsident Roland Nothhelfer noch Gemeinderat Lorenz Stopper – der neue Verantwortliche für kulturelle Belange – eine Antwort geben. Beide liessen sie ausrichten, dass sie zu diesem Thema nicht zu sprechen seien. Scheint ganz so, als gingen in Salenstein die Streitparteien in die nächste Runde.