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SALENSTEIN: Fremdes Gras gefährdet Zuckerrüben

Das Erdmandelgras ist auch im Thurgau zu finden, obwohl es hier nicht heimisch ist. Es mindert vor allem die Erträge von Zuckerrüben- und Kartoffelfeldern massiv. Die Bekämpfung ist nur mit einschneidenden Massnahmen möglich.
Kurt Peter
Die Blüte des Erdmandelgrases. (Bild: pd)

Die Blüte des Erdmandelgrases. (Bild: pd)

SALENSTEIN. Das Erdmandelgras verbreitet sich rasch, hat eine enorme Konkurrenzkraft und macht vielen hiesigen Ackerkulturen wie Zuckerrüben oder verschiedenen Gemüsearten das Leben schwer. Erdmandelgras kommt vor allem in wärmeren Gebieten vor, es ist auch im Mittelmeerraum heimisch und gilt hier deshalb als Neophyt, also als eine nicht heimische Pflanze.

Andreas Bertschi von der Schweizer Fachstelle für Zuckerrübenanbau sieht mit Sorge auf die Ausbreitung des Erdmandelgrases im Kanton Thurgau. Betroffen sei vor allem der Grossraum Frauenfeld.

Verbreitung durch Maschinen

Die Verbreitung des Erdmandelgrases findet vor allem durch den überbetrieblichen Maschineneinsatz statt. Es gehe dabei nicht nur um Erntemaschinen, erklärt Bertschi, sondern auch um überbetrieblich eingesetzte Bodenbearbeitungsgeräte. An allen Standorten und Regionen, in denen sich Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüseanbau breit gemacht hätten, «scheinen sich die Probleme mit dem Erdmandelgras stetig auszubreiten».

Die Mengen- und Qualitätseinbussen sind gross. «Wenn eine Fläche befallen ist, kann das zu massiv geringeren Erträgen führen, die Einbussen können zwischen 50 und 70 Prozent liegen», sagt Bertschi. Er zeigt sich wenig optimistisch: «Ich glaube nicht, dass das Erdmandelgras ausrottbar ist, es wird unterschätzt, bis es zu spät ist.» Er rät deshalb: «Wehret den Anfängen.»

Doch es gibt nur wenig Möglichkeiten, das Erdmandelgras zu bekämpfen. Bislang seien nur einzelne Herbizide bekannt, mit einer Teilwirkung gegen die Mandeln im Boden. Die Neophyten seien deshalb ein gefürchtetes Unkraut.

Die Rübenpflanzer werden nun von der Fachstelle für Zuckerrübenanbau angeschrieben, damit dem Problem noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Dabei ist es der Fachstelle wichtig, dass die betroffenen Landwirte bei Befall den Kontakt mit den zuständigen kantonalen Stellen suchen. Diese könnten dann die entsprechenden Bekämpfungsmassnahmen einleiten. Auf alle Fälle müsse verhindert werden, dass die Mandeln mit überbetrieblich eingesetzten Maschinen in befallsfreie Nachbarparzellen verschleppt würden.

Leider keine Meldepflicht

Hermann Brenner, Leiter der Gruppe Ackerbau und Feldbau im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, spricht von 14 bekannten Standorten im Kanton Thurgau, die vom Erdmandelgras befallen sind. «Der Umfang des Befalls ist aber nicht überall gleich gross. Er reicht von einzelnen Pflanzen bis zum schwerwiegenden Befall.» Das Thema schlage mittlerweile Wellen bis auf Bundesebene. Doch leider sei der Vorschlag einzelner Fachstellen, eine Meldepflicht einzuführen, bisher noch nicht umgesetzt worden, wie Brenner sagt.

Dual Gold zur Bekämpfung

«Der Bund hat das Mittel Dual Gold zur Bekämpfung von Erdmandelgras freigegeben», sagt Brenner. Dieses ist jedoch nur in den Kulturen Mais und Sonnenblumen zugelassen. Für Maiskulturen muss zudem eine Sonderbewilligung eingeholt werden, weil «Herbizide im Vorauflauf nicht bewilligt sind», sagt Brenner.

Der Kanton Thurgau setze vor allem auf Information und Beratung: «Das steht bei uns an erster Stelle, und deshalb wurde auch eine eigene Arbeitsgruppe innerhalb der Pflanzenbaukommission des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft gebildet.»

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