SALENSTEIN: Die Suche beginnt von vorne

Niemand will im seit Jahren zerstrittenen Salenstein Gemeindepräsident werden. Jetzt verzichtet auch der Vize Giovanni Crupi. Es müsse eine neutrale und unbelastete Person das Zepter übernehmen, damit endlich Ruhe einkehre, sagt er.

Nicole D’orazio
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Die Probleme in Salenstein reissen nicht ab. (Bild: Nana Do Carmo)

Die Probleme in Salenstein reissen nicht ab. (Bild: Nana Do Carmo)

Nun will er doch nicht. Giovanni Crupi möchte nicht mehr Gemeindepräsident der Einheits­gemeinde Salenstein und damit Nachfolger von Roland Nothhelfer werden. An der Gemeindeversammlung Mitte Juni hat Letzterer seinen Rücktritt verkündet, und Crupi gab gleichzeitig bekannt zu kandidieren, wie unsere Zeitung berichtete.

Doch nun ist wieder alles anders: Der Vizegemeindepräsident hat gestern seinen Verzicht in einer kurzen Medienmitteilung mitgeteilt. «Ich ziehe meine Kandidatur zurück. Damit möchte ich ein Zeichen setzen und einer neutralen und starken Persönlichkeit Mut machen, sich um dieses Amt zu bewerben», begründet er. «Oberstes Ziel muss es sein, Ruhe in die Behörde zu bringen.» Dazu brauche es eine Persönlichkeit, welche die unterschiedlichen Positionen im Gemeinderat zusammenbringen und das Miteinander ins Zentrum stellen kann. «Ich bin überzeugt davon, dass eine unabhängige Person die besten Voraussetzungen hat, dies zu erreichen. Er möchte sich bei der Bevölkerung für das Vertrauen und die Unterstützung, die er speziell in den letzten Wochen erfahren durfte, herzlich bedanken.

Crupi will Gemeinderat bleiben

Der Verzicht auf die Kandidatur heisst aber nicht, dass Giovanni Crupi ganz mit der Lokalpolitik aufhört. «Ich bleibe Gemeinderat», betont er auf Nachfrage. «Es bringt aber nichts, wenn jemand aus dem bestehenden Gemeinderat das Präsidium übernimmt.» Das Wichtigste sei für ihn, dass in der Behörde und auch in der Gemeinde endlich Ruhe einkehre. Deswegen stelle er seine Person zurück, auch wenn ihn das Amt sehr gereizt hätte.

Ob die öffentlichen Äusserungen seiner Ratskollegen Lorenz Stopper und Markus Irsslinger in unserer Zeitung, dass Crupi das Gemeindepräsidium lieber nicht übernehmen solle, weil er Teil des Problems sei, bei seiner nun gefällten Entscheidung eine Rolle gespielt haben, will er nicht kommentieren.

Wie es nun bei der Suche nach einem Kandidaten weitergeht, kann Crupi nicht sagen. «Es wird schwierig, dass sich jemand so kurzfristig zur Verfügung stellt», meint er. «Das Gemeindepräsidium ist allerdings kein unattraktiver Job.» Deswegen hofft er weiter. Die Wahl soll bereits am 24. September stattfinden. Im Hintergrund laufen dem Vernehmen nach Gespräche mit möglichen Kandidaten – offiziell ist dazu aber nichts zu erfahren.