SALENSTEIN: Das Bauchweh der Gastronomen

Das 125-Jahr-Jubiläum des Gastroverbands Frauenfeld, Untersee und Rhein stand im Zentrum des vergangenen Jahres. Sorgen bereitet den Wirten die Lebensmittelverordnung, und sie fordern eine Anpassung des Mehrwertsteuersatzes.

Kurt Peter
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Hans Oertle Gastro-Sektionspräsident (Bild: pd)

Hans Oertle Gastro-Sektionspräsident (Bild: pd)

SALENSTEIN. Sorgen machen den Wirten auf nationaler Ebene einige Themen. Das sagte Präsident Hans Oertle anlässlich der Generalversammlung auf dem Arenenberg der Sektion Frauenfeld, Untersee und Rhein. Aber es gibt auch Positives: In seinem Jahresbericht ging Oertle auf die «gelungene Jubiläumsfeier zum 125jährigen Bestehen mit Sitzung im prächtigen Rathaus und einem fabelhaften Fest» ein.

«Kein anderes Gesetz als die neue Lebensmittelverordnung beeinflusst die Arbeit der gastgewerblichen Betrieben mehr», sagte Oertle. Das heutige Lebensmittelgesetz sei für die Gastronomie akzeptabel, doch die neue Verordnung gehe weiter und beinhalte teils schärfere Vorschriften als EU-Recht.

Rückschlag für das Gastgewerbe

So seien eine schriftliche Deklaration von Allergien und eine Erweiterung der Herkunftsbezeichnung geplant. Die Bestimmungen über den Vollzug seien jedoch unpräzise und nicht nachvollziehbar formuliert, meinte der Präsident weiter. Eine korrekte Gästeinformation werde begrüsst, doch die Betriebe sollten eine Zukunft haben, die nicht mit einem riesigen administrativen Aufwand belastet sei. Hans Oertle bezeichnete das Gesetz als «jüngste Niederlage in einer Reihe von politischen Rückschlägen für das Gastgewerbe».

Die Gastronomie fordere eine Verankerung des Sondersatzes bei der Mehrwertsteuer. Der befristete Satz von 3,8 Prozent für Übernachtungen soll nach Meinung des Gastgewerbes definitiv werden. Diskutiert werde im Parlament über den Satz der Take-aways. Dieser liege bei 2,5 Prozent. Um eine Diskriminierung aufzuheben, müsse das Parlament die Mehrwertsteuer auf acht Prozent anpassen.

Einsatz macht Region gastlich

Dass die Gastronomie unter Druck stehe, sei für ihn eine Tatsache, meinte der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm in seinem Grusswort. Gastwirt sei ein Job, der viel abverlange, «eine Herausforderung auf allen Ebenen». Der Einsatz der Gastronomen für die Region mache diese gastfreundlich und die Gemeindebehörden seien dafür dankbar.

Die Finanzen wurden von Kassierin Claudia Klingler präsentiert. Das Budget hatte aufgrund der Aktivitäten im Jubiläumsjahr ein Defizit erwartet. Umso erfreulicher der Abschluss: Statt des Verlustes war ein Gewinn von 14 Franken zu verzeichnen. Das Resultat führte Claudia Klingler auf höhere Gönner- und Sponsorenbeiträge zurück. Bei gleichbleibendem Jahresbeitrag sieht das neue Budget einen Gewinn von 350 Franken vor.