Russisch geht auch auf Französisch

DIESSENHOFEN. In welcher Sprache sie auch immer sangen: Das Duo Chansonnière mit Désirée Senn und Matthias Siegrist unterhielt sein Publikum im Diessenhofer Rathaussaal mit seinen Liedern aufs Vortrefflichste.

Dieter Ritter
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Désirée Senn und Matthias Siegrist musizieren. (Bild: Dieter Ritter)

Désirée Senn und Matthias Siegrist musizieren. (Bild: Dieter Ritter)

Das Konzert vor kurzem im Rathaussaal Diessenhofen war vielseitig und kurzweilig. Désirée Senn (Gesang, Geige, Akkordeon) und Matthias Siegrist (Gesang, Gitarre) sangen und spielten französische Chansons, europäische Volkslieder und Selbstkomponiertes. Gefühlvoll gespielte, liebliche Balladen wechselten mit temperamentvoll vorgetragenen Melodien. Die meisten Lieder sangen sie in französischer Sprache, einzelne auch italienisch oder spanisch und eines rumänisch.

Wie Rebroff und Kaas

Das Duo eröffnete den Abend mit dem Hit «Il est cinque heures, Paris s'éveille», dann folgte «Les yeux noirs». «Im Original ist es russisch, aber wir singen es französisch», erklärte Senn. Weltstars wie Patricia Kaas oder Ivan Rebroff sangen dieses weltbekannte Lied. Es folgten Chansons, die durch Edith Piaf oder Georges Brassens berühmt geworden sind, zum Beispiel das Lied über den Montmartre «Dans ma Rue» (Piaf) oder «Le Parapluie» (Brassens). Ein Höhepunkt des Abends war, als beim Lied «Le Vigneron» die Musiker die Zuhörer aufforderten, mitzusingen. Sie machten mit, zuerst sehr zögerlich, dann aber immer kräftiger. Von diesem Erfolg ermutigt, durfte auch beim Refrain des Liedes «J'aime les filles» mitgesungen werden. Es klappte wieder, nicht zuletzt, weil der Text lediglich aus «hu-hu-hu» bestand. Das war der Schluss des offiziellen Programmes. Die Zuhörer forderten mit Pfiffen und mit anhaltendem, rhythmischem Applaus eine Zugabe. So kamen sie noch in den Genuss des rassigen italienischen «Canzone arrabiata».

Seit der Kindheit musiziert

Senn spielt seit ihrem achten Lebensjahr Cello. Später kamen Klavier, Geige und Akkordeon dazu. Sie arbeitete an Projekten für Theater und Musik. Siegrist war zehn Jahre alt, als er Gitarre spielen lernte. Schon während seiner Schulzeit gab er Konzerte. In Basel studierte er Jazz-Gitarre. Senn und Siegrist sammelten ihre Bühnenerfahrung bei In- und Auslandtourneen.

Die Gemeinnützige Gesellschaft Diessenhofen (GGD) hatte das Duo eingeladen. Nächster GGD-Anlass ist eine Lesung mit Klavierbegleitung im «Leue» am 4. Dezember.