Rundumsicht aufs Schlachtfeld

Das Guggenhürli regt die Phantasie an. Doch der Name hat definitiv weder etwas mit Fasnacht (Guggen) noch mit käuflicher Liebe (Hürli) zu tun. Hürli ist die Verkleinerung von Horn, hält Angelus Hux in seinem Buch fest.

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Das Guggenhürli regt die Phantasie an. Doch der Name hat definitiv weder etwas mit Fasnacht (Guggen) noch mit käuflicher Liebe (Hürli) zu tun. Hürli ist die Verkleinerung von Horn, hält Angelus Hux in seinem Buch fest. Der Fachwerkbau liegt auf einer flachen Erhebung, dem westlichsten Ausläufer des Wellenbergs. Und von dem Hürli aus lässt sich formidabel rundherum in die Landschaft guggen.

Das tat im Mai 1799 auch der französische General Charles Nicolas Oudinot. Damals bekämpften sich um Frauenfeld republikanisch-napoleonische und kaiserlich-österreichische Truppen. Der General Johannes Weber, nach dem in Frauenfeld eine Strasse benannt ist, fiel auf Seite der Franzosen in dem Gefecht.

Angelus Hux schildert den Verlauf der militärischen Auseinandersetzung lebhaft aus Sicht von Catharina Debrunner, Ehefrau des Heinrich Debrunner aus Mettendorf. Das Ehepaar bewohnte damals das Guggenhürli, wo Heinrich eine Schuhmacherei betrieb. Die Anwesenheit der Truppen belebte das Geschäft. Heinrich war zur Zeit des Gefechts unterwegs, um Leder einzukaufen. Catharina und ihr neun Monate alter Erstgeborener durchlitten bange Tage. (hil)

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