Rundgang im Schloss zu Hetzern und Ketzern

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Frauenfeld Sie kritisieren die allmächtige katholische Kirche, bekämpfen den Ablasshandel, fordern eine Rückbesinnung auf die Bibel und lösen in gewalttätiger Manier Klöster auf: Hetzer und Ketzer wirken während der Reformation auch im Thurgau und entfachen mit ihrem Drang nach Erneuerung einen zerstörerischen Sturm auf die bisherige Gesellschaftsordnung. Den Begriff «Ketzer» kennen wir heute noch, was jedoch bedeutete er im Mittelalter? Warum waren Reformatoren typische Ketzer? Welche als Ketzer beschimpfte Reformatoren agierten im Thurgau des 15. Jahrhunderts, was ist ihnen gemein, was unterscheidet sie? Jan Hus starb 1415 während des Konzils von Konstanz den Feuertod, da er seine reformierte Lehre nicht widerrufen wollte. Der Bischofszeller Bibliander setzte sich bereits vor 500 Jahren für die Versöhnung der Religionen ein. Ambrosius Blarer scheint eine überlegte und zögerliche Natur gewesen zu sein. Nur allmählich eignete er sich das reformatorische Gedankengut an, stieg dann aber rasch zum anerkannten Haupt der Reformation in Konstanz auf. Sie alle, aber auch ­bekanntere Reformtoren wie Zwingli und Luther bereiteten den Weg zur Reformation im Thurgau, welche die Gesellschaft in zwei Konfessionen spaltete.

Deshalb lädt das Historische Museum morgen Samstag ab 15 Uhr zu einem Rundgang zum Thema «Hetzer und Ketzer im Thurgau» ins Schloss Frauenfeld ein. Historiker Heinrich Speich skizziert dabei das Leben und Wirken der reformatorischen Persönlichkeiten im Thurgau und erhellt gleichzeitig diese turbulente Zeit an der Wende zwischen Mittelalter und Neuzeit. (red)

Der Eintritt ist frei.