Ruft Quallen auf den Plan

Das Wasser in Untersee und Rhein ist warm. Es bewegte sich in den letzten Tagen um die 24 Grad. Das ruft Quallen auf den Plan. Seit 1999 machen sich Süsswasserquallen als Neuankömmlinge im Bodensee breit.

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Das Wasser in Untersee und Rhein ist warm. Es bewegte sich in den letzten Tagen um die 24 Grad. Das ruft Quallen auf den Plan. Seit 1999 machen sich Süsswasserquallen als Neuankömmlinge im Bodensee breit. Die meiste Zeit leben sie unauffällig als winzige Polypen, etwa an Wasserpflanzen oder an Steine geheftet, im See. Wird es aber warm, entstehen daraus die fortpflanzungsfähigen Quallen.

Völlig harmlose Quallen

«Bei diesen Temperaturen bin ich sicher, dass es jetzt Quallen im See gibt», sagt Biologe Patrick Steinmann aus Stein am Rhein. Sichtungen sind bei ihm aber bislang noch keine eingegangen. Diese Süsswasserquallen, die ursprünglich aus Ostasien stammen, sind völlig harmlos. Nicht mit giftigen Nesselkapseln ausgestattet wie Verwandte aus dem Mittelmeer, verderben sie niemandem das Schwimmen im Bodensee. Sie sind durchsichtig bis leicht milchig und haben ungefähr den Durchmesser eines Zweifränklers.

Stille Bucht mit warmem Wasser

Wenn er sie suchen müsste, würde Biologe Steinmann es nicht in offenem Wasser, sondern in stillen Buchten oder in Hafenbecken hinter einer Mole beginnen. Dort fühlten sie sich am wohlsten. Im Extremsommer 2003 etwa tummelten sich Quallenschwärme über Wochen im östlichen Bodensee. (end.)