Rücktritt statt Präsidium

MÜNCHWILEN. Die Evangelische Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon kommt nicht zur Ruhe. Noch vor zwei Wochen wollte Erich Stör Präsident werden. Nun tritt er gar als Vize zurück. Dem Kirchenrat wirft er Sturheit vor.

Simon Dudle
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Erich Stör Abtretender Vizepräsident Evang.-Münchwilen-Eschlikon (Archivbild: Simon Dudle)

Erich Stör Abtretender Vizepräsident Evang.-Münchwilen-Eschlikon (Archivbild: Simon Dudle)

Es rumort weiter in der Evangelischen Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon. Das wurde am Mittwochabend an der Budgetgemeindeversammlung deutlich. Nachdem Pfarrer Christoph Sauer nach einem Jahr wieder gekündigt und auch Präsident Peter Bernhard ein Jahr vor Ende der Legislatur zurückgetreten ist, ist bereits der nächste Abgang zu verzeichnen.

Erich Stör, seit 2012 Vizepräsident der Kirchenvorsteherschaft, hat den Rücktritt eingereicht, den er voraussichtlich per Ende Mai vollziehen wird. Pikant: Noch vor zwei Wochen hatte Stör in dieser Zeitung Interesse am Präsidentenposten angemeldet.

Keine Interimslösung

In der Zwischenzeit hat Stör der Kirchenvorsteherschaft eine Teilprofessionalisierung der Behörde vorgeschlagen, was mit einer Umstrukturierung seines Schreinereibetriebs einhergegangen wäre. Zudem hat Stör gewünscht, bis zu den ordentlichen Wahlen 2016 das Präsidentenamt als Interimslösung zu führen. «Das wäre eine tolle Chance gewesen, mich mit dem Amt vertraut zu machen.» Der Kirchenrat habe ihm mitgeteilt, dass bei einem Kandidaten eine Wahl per Ende Mai zu erfolgen habe und eine interimistische Lösung nicht möglich sei. «Für mich, meine Familie und meinen Betrieb ist das eine zu sture Haltung. Nach reiflichem Abwägen habe ich mich zum Rücktritt entschlossen», sagt Stör.

Peter Gunz will zurück

Somit müssen in der Kirchgemeinde vier Vakanzen besetzt werden. Gesucht werden ein Diakon, ein Pfarrer für Münchwilen und zwei Mitglieder für die Kirchenvorsteherschaft, wovon einer Präsident ist. Für das Präsidium liegt eine Kandidatur vom Eschliker Peter Gunz vor. Der knapp 60jährige Selbständige gehörte bereits von 2006 bis 2012 der Kirchenvorsteherschaft an, ist dann aber mit der ganzen Behörde zurückgetreten. Ganz abgewandt hat er sich nicht von der Gemeinde.

«Ich will eine Kirchgemeinde, in der es rund läuft und man am Sonntag mit gutem Gewissen in die Kirche kommt», sagt Gunz. Er setzt sich im Falle einer Wahl zum Ziel, das Durchschnittsalter der Vorsteherschaft zu reduzieren. Zudem will er «den Tonfall in der Behörde versachlichen».

Ein zweites Mitglied der Vorsteherschaft, das nicht Vizepräsident sein muss, wird genauso gesucht wie ein Diakon. Dafür zeichnet sich eine Lösung fürs Pfarramt Münchwilen ab. Esther Baumgartner, bis jetzt in Kradolf tätig, zeigt Interesse an einer 80-Prozent-Anstellung. Eine Arbeitsaufnahme kommt zum neuen Schuljahr in Frage.

Die Kandidatur ging ein, noch bevor am Mittwoch eine Pfarrwahlkommission ins Leben gerufen wurde. Da die Verhandlungen mit Baumgartner noch nicht abgeschlossen sind, wurde die Kommission zur Sicherheit trotzdem gegründet. Der Eschliker Jakob Bösch präsidiert sie. Dem Gremium wird ein Experte in Personalführung zur Seite gestellt – das forderte ein Kirchbürger an der Versammlung.

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