Rückkehr in den Thurgau

FRAUENFELD. Um die Wiederansiedlung des vom Aussterben bedrohten Wiedehopfs bemüht sich der Thurgauer Vogelschutz. Für diese Vögel soll das Leben im Thurgau wieder lebenswert werden.

Margrith Pfister-Kübler
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Ein Wiedehopf-Männchen füttert das Weibchen. (Bild: pd/Michael Gerber)

Ein Wiedehopf-Männchen füttert das Weibchen. (Bild: pd/Michael Gerber)

Der Wiedehopf steht im Thurgau vor einem Comeback. Der Vogel mit dem schmetterlingartigen Flug war Höhepunkt der Delegiertenversammlung des Thurgauer Vogelschutzes (TVS) am vergangenen Samstag. Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach referierte über die Eigenheiten dieses Vogels mit der markanten Federhaube.

Düstere Zukunftsperspektive

Noch vor rund zehn Jahren sah die Zukunftsperspektive für den Wiedehopf in der Schweiz und speziell im Thurgau düster aus, sagt Jakob Rohrer, Co-Präsident des TVS. Es fehlt an geeigneten Brutplätzen und genügend Futter für die Jungvögel. Der Wiedehopf füttert seine Jungen mit grossen Insekten wie Schmetterlingslarven und Maulwurfsgrillen. Solche findet er am Boden in vegetationsfreien Flächen. Dichtere Vegetation und die Bodenverdichtung erschweren den Zugang zur Nahrung. Für die Brutplätze mangelt es an Totholz, Mauern und grossen Hochstamm-Obstgärten. Trotzdem, so Schaad, ist die Hoffnung auf ein Comeback im Thurgau angebracht. Zehn Kilometer von der Kantonsgrenze, im zürcherischen Flaach, ist der dreisilbige Ruf (es gibt auch vier- und fünfsilbige) des Wiedehopfs zu hören. Ein Brutnachweis liegt vor.

Nistplätze knapp über Boden

Als idealen Lebensraum im Thurgau werden das Seebachtal, Gebiete bei Bürglen, Egnach und Romanshorn und die Frauenfelder Allmend eingestuft. Auch die Gebiete um Warth-Weiningen, Niederneunforn und das Thurvorland wurden von Schaad als Gebiete für den Wiedehopf bezeichnet. Das Anlegen von Nisthilfen an Orten mit Brutverdacht fördere das Comeback, betonte Schaad. Der Wiedehopf kann Nistplätze knapp über dem Boden nutzen, weil die Jungen sich mit stinkendem Bürzeldrüsensekret gegen Raubtiere wehren.

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