Rotes Schulhaus ist verkauft

Die Primarschule Matzingen hat einen Käufer für das Rote Schulhaus. Mit einer Immobilienfirma aus Guntershausen wird demnächst ein Vorvertrag unterschrieben, war an der Schulgemeindeversammlung zu erfahren.

Stefan Hilzinger
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Aktuar Lienhard Horber und der Liegenschaften-Verantwortliche Hans Isenegger legen nach zwölf respektive zehn Jahre ihre Tätigkeit in der Schulbehörde nieder. (Bild: Stefan Hilzinger)

Aktuar Lienhard Horber und der Liegenschaften-Verantwortliche Hans Isenegger legen nach zwölf respektive zehn Jahre ihre Tätigkeit in der Schulbehörde nieder. (Bild: Stefan Hilzinger)

MATZINGEN. Voraussichtlich diesen Herbst ist die Firma CC Immobilien AG aus Guntershausen die neue Besitzerin des sogenannten Roten Schulhauses in Matzingen. Die Immobilienfirma hat die historische Liegenschaft als Meistbietende für 710 000 Franken erworben. Schulpräsident Erwin Spring informierte am Dienstagabend anlässlich der Versammlung der Schulgemeinde über das Geschäft.

Formell ist der Handel zwar noch nicht ganz über die Bühne. Die Eigentumsübertragung soll erst im Herbst erfolgen, sobald die Schule die Räume im neuen Kindergarten Mühli nutzen und damit aus dem alten Roten Schulhaus ausziehen kann. «Doch die Vorverträge werden in den nächsten Wochen beim Notar unterschrieben», sagte Spring an der Versammlung. Auch habe die Firma bereits eine Anzahlung geleistet.

Sprachspielgruppe wohin?

Die Logopädie und andere schulische Angebote finden nach dem Auszug aus dem Roten Schulhaus Platz entweder im neuen Kindergarten oder im Schulhaus Mühli, dagegen fehlt für die Sprachspielgruppe bisher ein neuer Raum.

Träger der Sprachspielgruppe ist der Kinder- und Elternverein Matzingen. Eine Votantin erklärte, dass man sich einen zentral gelegenen neuen Standort wünsche. «Möglichst einen grossen Raum, in dem wir uns fix einrichten können.» Für das Angebot eine Wohnung zu mieten, komme für den Verein aus finanziellen Gründen nicht in Frage. «Dann können die Eltern sich unser Angebot nicht mehr leisten.» Schulpräsident Erwin Spring forderte die Schulbürger auf, sich bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten für die Sprachspielgruppe zu engagieren. Mehrere Votanten betonten, wie gut und wichtig das Angebot sei.

Probelauf für Schulsozialarbeit

Für vorerst drei Jahre startet die Primarschule Matzingen einen Versuch mit schulischer Sozialarbeit. Die Schulbürger bewilligten der Behörde dafür einen Kredit von insgesamt 150 000 Franken respektive 50 000 Franken pro Jahr. Die Behörde sucht nun eine Fachperson für ein 40-Prozent-Pensum. Die Dienstleistung sei nötig, damit sich die Lehrerschaft voll ihrer Kernkompetenz, dem Unterrichten, widmen könne.

Immer mehr seien Lehrerinnen und Lehrer mit vielschichtigen Problemen und Konflikten zwischen den Kindern und auch zwischen Elternhaus, Kind und Schule konfrontiert. Schulleiter Michael Bachmann sprach von «mehreren Dutzend Fällen pro Jahr». Nun soll sich eine Fachperson solcher Konflikte möglichst früh und niederschwellig annehmen und späteres finanzielles und menschliches Unheil vermeiden. «Mit einem Franken Schulsozialarbeit verhindern wir sieben Franken Sozialkosten», sagte Bachmann.