Rosenweiher soll wieder Badi werden

MÜLLHEIM. Heute ist der Rosenweiher in Müllheim nur ein Tümpel. Dabei diente er den Einwohnern einst als idyllisch gelegene Badi. Jugendliche möchten im Weiher wieder schwimmen können.

Severin Schwendener
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Im Rosenweiher beim Pfadiheim soll bereits im nächsten Jahr wieder gebadet werden können. (Bild: Severin Schwendener)

Im Rosenweiher beim Pfadiheim soll bereits im nächsten Jahr wieder gebadet werden können. (Bild: Severin Schwendener)

Müllheim. Ältere Müllheimer werden sich noch erinnern, wie sie früher regelmässig nach einem heissen Sommertag in den kühlenden Rosenweiher sprangen. Doch diese Zeiten sind lange schon vorbei. In den vergangenen knapp 20 Jahren ist der Weiher zunehmend verkommen: Büsche und Bäume wuchern um, Schilf und Seerosen im Weiher.

Vom Sprungbrett ist nur noch das Fundament übrig, beschädigt ist auch das alte Floss. Zudem wird der Weiher oft als Abfalleimer missbraucht; bei einer Säuberungsaktion vor einigen Jahren wurden mehrere hundert Robidog-Beutel geborgen.

Grundwasserspiegel abgesenkt

Der Ausbau der Autobahn in den 1990er-Jahren markierte das Ende des Rosenweihers als Badweiher. Wegen der angelegten Drainage sank der Spiegel des Grundwassers und damit auch derjenige des Rosenweihers. Das soll sich nun ändern, denn Jugendliche der Gemeinde setzen sich dafür ein, dass im Rosenweiher wieder geschwommen werden kann.

Dies geschieht im Rahmen des Projektes «Jugend mit Wirkung», einem nationalen Netzwerk, dem sich Müllheim im letzten Jahr angeschlossen hat und das Jugendliche vermehrt ins Gemeinwesen einbinden möchte. Das Echo unter den Müllheimer Jugendlichen war gross, aus einer Fülle von Projekten wurden schliesslich drei Vorschläge bei der Gemeinde deponiert. Neben einem Skaterpark und einem Jugendtreff stand dabei auch die Reaktivierung des Rosenweihers als Badweiher auf der Traktandenliste.

«Wir begrüssen die Initiative und das Engagement der Jugendlichen», sagt Gemeindeammann Jakob Thurnheer. Der Gemeinderat hat im letzten Oktober die drei Gesuche wohlwollend aufgenommen und finanzielle Mittel ins Budget gestellt.

Eine Projektgruppe «Rosenweiher», in der Erwachsene und Jugendliche zusammenarbeiten, hat ein Konzept erarbeitet, das als Grundlage dienen soll, um den Weiher badetauglich zu machen. «Zur Debatte stehen zum jetzigen Zeitpunkt zwei Varianten», so die Präsidentin des koordinierenden Lenkungsausschusses, Iris Oehninger. In der günstigeren Minimalvariante wäre lediglich eine Säuberung und Auffrischung des Rosenweihers enthalten, inklusive Absenkung des Grundes um rund einen Meter, um mehr Wassertiefe zu gewinnen. «Es ist aber so», so Iris Oehninger, «dass diese Variante nicht nachhaltig ist und der Weiher in wenigen Jahren wieder gesäubert werden müsste.»

Daher hat die Projektgruppe auch eine umfangreichere Variante offerieren lassen. Bei dieser würde im Weiher durch Abtrennung ein Regenerationsbecken angelegt, das für eine natürliche Reinigung des Wassers im Schwimmweiher sorgen würde.

Weiher gehört Bürgergemeinde

Nach einer letzten Prüfung gehen die beiden Vorschläge mit einer Empfehlung an die Bürgergemeinde, der Eigentümerin des Areals. Wie sich die verschiedenen Beteiligten zu den Projekten äussern werden, ist momentan unklar. «Die Bürgergemeinde ist dem Anliegen gegenüber nicht abgeneigt», sagt deren Präsident, Christoph Haeberlin. Eine verbindliche Aussage könne er jedoch keine machen, da der Bürgergemeinde noch kein konkreter Projektvorschlag vorgelegt worden sei.

Klar ist hingegen: «Wir streben eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Benützern des Areals an», stellt Oehninger klar. «So soll auch die Crazy Night weiterhin am Rosenweiher stattfinden können.» Ziel des Lenkungsausschusses ist, dass im Rosenweiher im nächsten Jahr wieder geschwommen werden kann.

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