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ROMANSHORN: Thurgauer gegen Zwangswirtschaft

Das überparteiliche Komitee «Nein zum grünen Zwang» will weiterhin Eigeninitiative fördern und die globale Zusammenarbeit stärken. Bei einer Zustimmung zur Initiative «Grüne Wirtschaft» fürchtet das Komitee noch grössere Wettbewerbsverzerrungen.
Kurt Peter
Viktor Gschwend, Diana Gutjahr, Egon Scherrer und Corina Huber stehen im Einsatz gegen die Initiative «Grüne Wirtschaft». (Bild: Kurt Peter)

Viktor Gschwend, Diana Gutjahr, Egon Scherrer und Corina Huber stehen im Einsatz gegen die Initiative «Grüne Wirtschaft». (Bild: Kurt Peter)

ROMANSHORN. «Neben wirtschaftlichen Folgen hat die Initiative auch gesellschaftliche Nebenwirkungen», sagte SVP-Kantonsrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr anlässlich der Medienkonferenz in den Hallen der E. Fischer AG. Die Initiative verlange von allen Bürgern einen grünen Lebensstil und sei damit «ein direkter Angriff auf die persönlichen Freiheiten und das eigene Portemonnaie». Laut Berechnungen des Bundes sei auch bei sehr grossen Anstrengungen eine Reduktion des Ressourcenverbrauchs um maximal 40 Prozent denkbar. Daher würde «die Annahme der Initiative Rückschritt und nicht Fortschritt bedeuten».

Auf Qualität setzen

Die produzierende Landwirtschaft stehe im direkten Wettbewerb, gab Meisterlandwirt und SVP-Kantonsrat Egon Scherrer zu bedenken. Die inländische Landwirtschaft sichere einen Selbstversorgungsgrad von 60 Prozent, «das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern». Der Agrarsektor stehe mit den hohen Anforderungen an Ökologie und Tierwohl in direkter Preiskonkurrenz zu billigen Importen und habe keinen Spielraum mehr. «Die Zitrone ist ausgepresst», machte Egon Scherrer deutlich.

Umweltschutz, Ressourceneffizienz, Littering, Kauf einheimischer Nahrungsmittel und sinnvoller Einsatz der Transportmittel müssten im Kopf beginnen. Das sei auch im Sinne der Verantwortung für kommende Generationen. Dies meinte auch Unternehmerin Corina Huber: «Ohne Strukturwandel, also Wandel der ganzen Gesellschaft, ist für mich die Zielerreichung der Initiative kaum möglich.» Sie mahnte die Wegwerfgesellschaft an und verlangte, dass bewusst mehr auf Qualität gesetzt werde.

«Initiative schottet ab»

Etwas weniger Konsum, jedoch nicht als Zwang, sondern aus Überzeugung, führe «zur grünen Gesellschaft» und nicht nur grünen Wirtschaft. Das ganze Thema sei zudem ein globales Problem. Huber beunruhige eher die Frage, wie hoch der Fussabdruck bis 2050 von China und Indien sei, denn dabei handle es sich um etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. «Wir dürfen das Problem nicht als Inselstaat Schweiz betrachten», schloss sich Viktor Gschwend, FDP-Kantonsrat und Unternehmer, der Meinung an.

Als Gewerbetreibender und als Präsident des Berufsverbandes Jardin Suisse Thurgau befürchte er bei einer Annahme der Initiative eine noch grössere Wettbewerbsverzerrung, sagt Gschwend. «Die Initiative schottet die Schweiz ab, schwächt den hiesigen Werkplatz, schafft neue Handelshemmnisse und gefährdet neue Freihandelsabkommen», meinte er.

Zielführender sei es seiner Meinung nach, den Weg der Eigenverantwortung und der internationalen Zusammenarbeit weiterzuverfolgen, «statt auf Bevormundung und Planwirtschaft zu setzen».

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