Rolf Erb muss ins Gefängnis

Rolf Erb, der letzte Chef des Winterthurer Erb-Konzerns, muss seine Freiheitsstrafe absitzen. So will es das Bundesgericht. Der 64-Jährige wird die nächsten sieben Jahre somit nicht auf Schloss Eugensberg verbringen.

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Für Rolf Erb bleibt Schloss Eugensberg für sieben Jahre verwehrt. (Bild: Reto Martin)

Für Rolf Erb bleibt Schloss Eugensberg für sieben Jahre verwehrt. (Bild: Reto Martin)

LAUSANNE. Die Verurteilung von Rolf Erb wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Urkundenfälschung und mehrfacher Gläubigerschädigung sei bundesrechtskonform, kommt das Bundesgericht in seinem gestern veröffentlichten Urteil zum Schluss. Die Dauer des Verfahrens von rund zehn Jahren erscheine angesichts der Komplexität des Falles nicht als übermässig lange. Die Anklageschrift sei zudem ausreichend konkret formuliert. Damit weist das Bundesgericht zwei wichtige Beschwerdepunkte von Erb zurück.

Geschönte Abschlüsse

Die Vorinstanz, das Zürcher Obergericht, habe ausserdem zu Recht davon ausgehen können, dass Rolf Erb mit Schädigungs- und Täuschungsabsicht gehandelt habe. Der ehemalige Chef der Erb-Gruppe habe zumindest in Kauf genommen, dass Banken mit geschönten Abschlüssen getäuscht und geschädigt wurden. Auch was die Verurteilung wegen Gläubigerschädigung betrifft, lässt das Bundesgericht Rolf Erb abblitzen. Wie bereits das Zürcher Obergericht stufen auch die Lausanner Richter die grosszügigen Geschenke an seine Zwillinge als Gläubigerschädigung ein.

Kein Geld mehr für die Anwälte

Erb sei es darum gegangen, seine Vermögenswerte – darunter Schloss Eugensberg im Thurgau und eine Oldtimersammlung – den Gläubigern vorzuenthalten. Damit muss Erb seine Strafe definitiv absitzen. In welchem Gefängnis er dies tun wird, ist noch unklar.

Immerhin: Die Anwälte, die ihn vor Bundesgericht vertraten, muss er nicht selbst bezahlen. Gemäss Bundesgericht ist der einstige Konzern-Chef mittlerweile offiziell bedürftig. Die Kosten von zweimal 1500 Franken gehen deshalb zulasten der Bundesgerichts-Kasse. Rolf Erb war der letzte Konzernchef der Erb-Gruppe, die im Jahr 2003 in Konkurs ging. Während Jahren frisierte er Bilanzen, um so an weitere Bankkredite zu kommen. Kurz vor dem Konzern-Kollaps schenkte er sein Vermögen seinen Zwillingssöhnen, um es damit den Gläubigern zu entziehen.

Erb streitet alle Vorwürfe ab

Bis heute streitet Erb alle Vorwürfe ab und schiebt die Schuld seinem verstorbenen Vater Hugo zu. Dieser habe die Fäden in der Hand gehabt. Während des ganzen Strafverfahrens lebte Erb mit seiner Partnerin und den Kindern auf Schloss Eugensberg in Salenstein.

Das Vermögen des Ex-Konzernchefs ist aber seit Jahren eingefroren. Mit dieser letztinstanzlichen Verurteilung wird nun Bewegung in den Verkauf der Konkursmasse kommen. Zwölf Jahre nach dem Konzern-Kollaps kommen die Gläubiger voraussichtlich nun doch noch zu ihrem Geld. (sda)