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Ritter, Mägde und Heilsalben

Pfyn Am Wochenende hat zum zweiten Mal die Allartia stattgefunden. Am mittelalterlichen Markttreiben wurden nicht nur Holzschuhe verkauft, sondern auch mit dem Pfeilbogen um die Wette geschossen.
Viola Stäheli

Eine junge Frau zupft an einer Harfe. Nicht weit von ihr entfernt wechselt ein Fuchsfell seinen Besitzer: Ein junger Bogenschütze freut sich über seinen Kauf und stellt sogar seinen Becher gefüllt mit Met zur Seite, um das Fell zu bewundern. Was eine Szene aus einer längst vergangenen Zeit sein könnte, findet ganz real mitten in Pfyn statt.

Zum zweiten Mal hat Allartia, ein Mittelalterspektakel, zu einem Wochenende eingeladen. 62 Marktstände sind vertreten – von handgeschmiedeten Gürtelschnallen bis hin zu Heilsalben ist alles zu finden. Wem ein Besuch des mittelalterlichen Marktes nicht genügt, findet Platz im Heerlager. Hier können Mittelalterfans ihre authentischen Zelte aufschlagen und ihre Fertigkeiten im Bogenschiessen am Turnier unter Beweis stellen.

Seit sieben Jahren regelmässig im Heerlager

«Ein Wochenende im Heerlager ist wie ein Kurzurlaub», sagt Roland Bolliger aus Weiach lachend. Er ist mit seiner Tochter und drei Freunden von Freitagabend bis Sonntagabend im Lager. Bolliger übernachtet schon seit sieben Jahren regelmässig an Mittelaltermärkten. «Die Märkte besuche ich aber schon seit zehn Jahren», sagt er. Das Übernachten im Heerlager bedarf einer guten Vorbereitung: Sonnensegel, Zelte, ein Esstisch und die dazugehörigen Utensilien sind nicht leicht aufzutreiben – schliesslich soll alles dem Mittelalter so nahe wie möglich kommen. «Das Schönste an diesen Märkten ist es, dass man zu allem Abstand hat und Ruhe findet», sagt Bolliger. Im Heerlager gibt es keinen Fernseher und keine Uhren. So hat man plötzlich Zeit für anderes, wie etwa Claudia Rüegg, welche im Heerlager das «Nadelbinden» gelernt hat, eine alte mittelalterliche Strickkunst. Im Lager treffen sich die Fans und tauschen ihr Wissen aus. «Es ist ein herzliches Beisammensein», sagt Rüegg.

Mehr Besucher als im vergangenen Jahr

«Wir sind mit dem Verlauf des Anlasses sehr zufrieden», sagt Marek Krähenbühl, Hauptinitiant der Allartia. Die Besucherzahl ist im Vergleich zum vergangenen Jahr gestiegen. «Schätzungsweise sind am Samstag 1000 Besucher am Markt gewesen», sagt Krähenbühl. Eine Schätzung für das ganze Wochenende gestalte sich schwierig, da der Eintritt frei ist.

«Der Kommerz ist nicht unser Ziel», sagt Krähenbühl. Vielmehr zählen der Spass und die Freude. Das ist auch der Grund, weshalb kein Eintritt verlangt wird. Dieser Umstand hingegen bedeutet viel unbezahlte Arbeit. So hat Krähenbühl rund 1000 Stunden ehrenamtlich in die Organisation des Anlasses gesteckt. «Ohne sehr viel Herzblut wäre das nicht möglich», sagt er lachend.

Auch im nächsten Jahr soll die Allartia wieder stattfinden, allerdings nicht mehr auf dem gleichen Gelände. Ein Teil der Wiese wird überbaut. Ein ähnliches Problem bestand beim Areal der Ruine Helfenberg, wo die Allartia im vergangenen Jahr das erste Mal durchgeführt wurde. «Auf einem Teil des Geländes steht in diesem Jahr Mais, trotz Bemühungen haben wir keinen anderen Platz gefunden», sagt Krähenbühl. Aus diesem Grund sind sie nach Pfyn gezügelt. Er ist zuversichtlich, dass sich auch beim nächsten Mal ein Platz finden wird.

Mit der kompletten Ritterausrüstung

Darüber freut sich auch Christian Aerne aus Buochs, der mit seiner kompletten Ritterrüstung die Blicke auf sich zieht. Er ist mit drei Freunden angereist – sie alle haben vor einem Jahr begonnen, gemeinsam Mittelaltermärkte zu besuchen. Natürlich dürfen dabei die passenden Kleider nicht fehlen. So ist vom Bogenschützen bis zur Magierin alles vertreten. Im Heerlager haben sie allerdings nicht übernachtet, geplant ist das aber in naher Zukunft. Unterdessen schlendern die vier weiter und bleiben vor einem Metstand stehen – das Mittelalter macht bekanntlich durstig.

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