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RICKENBACH: Kampf ums Überleben

Wo bleibt der Nachwuchs? Eine Frage, die sich viele Vereine stellen. Auch der Musikverein Harmonie und der Bündner-Chor sorgen sich um ihren Fortbestand.
Christoph Heer
Bettina Brauchli und Harry Battaglia kämpfen für ihre Vereine, die unbedingt neue Mitglieder brauchen. (Bild: Christoph Heer)

Bettina Brauchli und Harry Battaglia kämpfen für ihre Vereine, die unbedingt neue Mitglieder brauchen. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Wie toll etwas war, bemerkt man vielfach erst, wenn es nicht mehr da ist. Dorfvereine sind nicht nur für ihre Mitglieder interessant. Ebenso wichtig sind sie für den Erhalt von Kultur und gelebter Gemeinschaft. Zudem bieten sie Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich in ihrer Freizeit sinnvoll zu beschäftigen. Vielfach beinhalten diese Vereine zudem unzählige Frondienststunden ihrer Mitglieder.

Nichtsdestotrotz werden traditionelle Vereine wie Chöre oder Musikensembles, je länger je mehr unattraktiv. Woran das liegt, ist schwierig zu sagen, mit Bestimmtheit tragen aber die neuen Medien einen Teil dazu bei. Warum einmal in der Woche in eine Vereinsprobe, wenn man sich auf Facebook mit anderen Leuten unterhalten kann.

Sportvereine kämpfen hingegen weniger mit Nachwuchsproblemen. Diese sind nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund attraktiver, als etwa ein Gemischtenchor.

Seit 1980 war der Bündner-Chor als Gemischtenchor ein Bestandteil des Bündnervereins Wil. «2003 haben wir uns vom Bündnerverein abgelöst, um selbstständig zu werden. Nur zwei Jahre später zählten wir einen Mitgliederbestand von 40 Sängerinnen und Sängern», erinnert sich Vereinspräsident Harry Battaglia. Enttäuscht sagt er, dass es heute noch gerade mal 13 Mitglieder sind, die aktiv am Gesang teilnehmen. «Vielleicht ist der Chorgesang heutzutage nicht mehr in Mode. Doch wie entspannend, verbindend und multikulturell unser Dasein ist, wird wohl vielen gar nicht bewusst sein.»

Harry Battaglia weist darauf hin, dass unbedingt Nachwuchs rekrutiert werden muss, ansonsten wird der Chor bei weiteren Austritten aufgelöst. «Es ist jeder willkommen, an einem Mittwochabend in der Aula Ägelsee in Wilen spontan vorbeizukommen und Gesangsluft zu schnuppern.» Wer nicht mobil ist, wird auch abgeholt.

Harmonie hilft sich mit Partnerschaft aus

In der gleichen Zwickmühle steckt der Musikverein Harmonie Rickenbach, der zu Spitzenzeiten 55 Mitglieder zählte. Nach einigen Turbulenzen, verbunden mit etlichen Austritten, befindet sich der Verein wieder in ruhigeren Gewässern. Mit dem Projektdirigenten Stefan Imboden bereitet man sich aktuell auf den Unterhaltungsabend im April vor. Präsidentin Bettina Brauchli ist sich aber bewusst, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. «Mit aktuell 21 Mitgliedern ist eine Harmonie-Besetzung eigentlich gar nicht mehr spielbar.» Eine kurzfristige Lösung konnte in der Zusammenarbeit mit dem Musikverein Abtwil-St. Josefen gefunden werden. «Wir helfen uns gegenseitig aus. Nach den Konzerten in Abtwil und unserer Unterhaltung müssen wir schauen, wie es weitergeht», sagt Bettina Brauchli. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Darum lädt die Präsidentin Interessierte dazu ein, eine Vereinsprobe zu besuchen – jeden Dienstag um 20 Uhr im Singsaal des Thurlinden Schulhauses.

In der Nachwuchsausbildung setzt die Harmonie auf die Zusammenarbeit mit der Brass Band Wilen. Seit drei Jahren bieten die beiden Vereine Musikunterricht an und zwei Mal pro Monat proben die Musikschüler im Ensemble. Unter dem Namen «Young-Talents Rickenbach-Wilen» haben sie schon einige Auftritte absolviert.

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