RICKENBACH: Gemeinde fordert fairen Verteilschlüssel

In der Diskussion um den Hochwasserschutz in der Region Wil zeichnet sich eine Einigung ab. In wenigen Wochen soll der Kostenteiler stehen.

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Starker Regen überflutete im Sommer 2015 die Autobahn A1 bei Wil. (Bild: Ralph Ribi (14. Juni 2015))

Starker Regen überflutete im Sommer 2015 die Autobahn A1 bei Wil. (Bild: Ralph Ribi (14. Juni 2015))

Vergangene Woche fiel wieder einmal anhaltender Regen. Doch die Natur vermochte die Wassermassen zu schlucken, Vergleichbares wie am denkwürdigen 14. Juni 2015 blieb der Region erspart. An jenem Abend entlud sich ein Wolkenbruch über der Gegend und sorgte für Überschwemmungen und Millionenschäden. Das Wasser suchte sich seinen Weg auf die Autobahn A1. Das passiert, wenn der sogenannte Düker unter der Autobahn hindurch voll ist und das Retentionsbecken überläuft.

Allen ist klar, dass etwas gemacht werden muss, um einen ähnlichen Zwischenfall künftig verhindern zu können. Die Diskussionen um das Wie ziehen sich aber in die Länge. Vor zwei Jahren sagte Rickenbachs Gemeindepräsident Ivan Knobel, dass man sich aus dem Projekt verabschiede. Einige Gespräche mit Regierungsrätin Carmen Haag später ist die Gemeinde nun wieder an Bord. «Das Konzept liegt vor und wird in den Grundzügen von allen getragen», sagt der zuständige Rickenbacher Gemeinderat Hans Suter. Allerdings gibt es Rickenbacher Vorbehalte. Das Projekt, welches unter Federführung des Kantons Thurgau aufgegleist wurde, sieht für den Krebsbach einen zweiten Düker unter der Autobahn A 1 vor. Wie viel Wasser maximal durchfliessen soll, wird noch ausgehandelt.

Auch über den Kostenteiler herrscht noch keine Einigkeit. «Rickenbach soll durch die Hochwasserschutzmassnahmen noch mehr Wasser zugeleitet werden. Darin sieht der Gemeinderat zum einen ein Risiko, zum anderen hohe Kosten», sagt Suter. Es geht um mehrere Millionen Franken, die nebst den Kantonen St. Gallen und Thurgau und dem Bund auch von den Gemeinden Wil, Wilen und Rickenbach getragen werden müssten. «Das Risiko-Kosten-Nutzen-Verhältnis soll ausgewogen sein und ein fairer Verteilschlüssel für den Bau gefunden werden. Wir gehen davon aus, dass dieser in wenigen Wochen steht», sagt Suter.

Simon Dudle

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch