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RICKENBACH: Ende einer Tradition

Lange war der Katerball eine beliebte Institution. In den vergangenen Jahren verzeichnete er aber einen Besucherrückgang. 2019 soll er zum letzten Mal stattfinden.
Christoph Heer
An der Fasnacht 2019 steigt in Rickenbach noch einmal der Katerball, danach dürfte für immer Schluss sein. (Bilder: Christoph Heer)

An der Fasnacht 2019 steigt in Rickenbach noch einmal der Katerball, danach dürfte für immer Schluss sein. (Bilder: Christoph Heer)

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Das waren noch Zeiten: zwei Turnhallen, Bierschwemme, Kaffeestube, Weinstube und 2000 Besucher. Rickenbach monopolisierte sich mit seinem Katerball als Fasnachtshauptstadt. Der Schmutzige Donnerstag war ein Pflichttermin für Ostschweizer Fasnächtler und solche, die es werden wollten. Erste Erfahrungen mit Vollmasken, Guggenmusik, Demaskierung um Mitternacht – das machten wohl Unzählige am Katerball.

Die erfolgreichen Zeiten sind vorbei. Es gibt sie zwar noch, die nostalgischen Katerball-Fans, die sich keine Durchführung entgehen liessen. Doch die Zahl derer ist auf ein Minimum gesunken. Erste Abwärtstendenzen wurden von den Machern des Maskenballs schon 2012 wahrgenommen. Damals sorgten einige Unbelehrbare mit ihren Aggressionsausbrüchen für negative Schlagzeilen. Und obschon diese unerwünschten Personen Arealverbot erhielten, haftete dem Katerball ein undankbarer Ruf an. Die Präventionsmassnahmen, welche die Organisatoren für die folgenden Jahre einführten, fruchteten. Es kehrte wieder Ruhe ein. Schwer zu sagen, ob dem Katerball der schlechte Ruf haften blieb und dieser die Ursache für die sinkende Besucherzahl ist. In den vergangenen Jahren haben die organisierenden Vereine noch einmal alles versucht, um dem Anlass neues Leben einzuhauchen.

Nicht alle Massnahmen kamen gut an

OK-Mitglied Bettina Brauchli sagt, dass nicht alle Massnahmen gefruchtet haben. «Das Raucherzelt wurde in diesem Jahr nur sehr spärlich benutzt. Die Idee, weg von der Livemusik hin zu einem DJ kam bei vielen Besuchern nicht gut an. Auch in der Miezebar herrschte oft tote Hose und die Aufstockung von zwei auf fünf Guggen können wir nicht als gelungen bezeichnen.» Bettina Brauchli hat einige Jahrzehnte Katerball miterlebt und weiss noch, wie es früher war.

«Die Zeiten haben sich markant geändert. Man geht heute nicht mehr gezielt hin und verbringt die ganze Nacht am Katerball, es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Diesen Aspekten wollen wir bei der letzten Durchführung noch einmal gerecht werden», sagt Brauchli. Am letzten Katerball im nächsten Jahr werden die österreichischen Stimmungsmacher Viva People wieder mit Livemusik für Stimmung sorgen. Auf das Raucherzelt und die Miezebar wird verzichtet. Stattdessen soll eine «Bar für alle» hergerichtet werden; quasi Bierschwemme, Weinstube und Bar in einem. Es wird wieder mehr Sitzgelegenheiten haben. «Die 20 alten Werbeblachen werden wir wieder hervorkramen und aufstellen, irgendwie das Nostalgische aufleben lassen.» Bettina Brauchli sagt auch, dass der Fokus im nächsten Jahr eher auf die Ü30er gelegt wird – aber nicht nur. Und das Wertkartensystem wird wieder durch die Bargeldbezahlung ersetzt.

Verein hat sich zurückgezogen

Auch in Sachen Organisation hat sich einiges geändert. Bis anhin und während vieler Jahre standen das Quartett Musikverein Harmonie Rickenbach, Faustballgemeinschaft Rickenbach-Wilen, Männerchor Rickenbach und Turnverein Aegelsee hinter dem Maskenball. Letztgenannter hat sich von der Mitorganisation zurückgezogen, was Auswirkungen auf die verbleibenden drei Vereine hat. So liegt es bei der 58. und vermeintlich letzten Durchführung noch mehr an jedem Einzelnen, sich für einen gelungenen Abschluss der Geschichte des Katerballs einzusetzen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt: Sollte es am Katerball 2019 überraschenderweise eine Kehrtwende geben und kann das OK ein positives Fazit ziehen, wären die drei organisierenden Vereine bereit, noch einmal über die Bücher zu gehen.

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