Richtzeiten sollen Pflichtpensen ablösen

An der DV von «Bildung Thurgau» wurde über die Jahresarbeitszeit und den Berufsauftrag diskutiert. Die Vernehmlassung dazu wird in Kürze gestartet.

Ruth Bossert
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WEINFELDEN. Regierungsratspräsidentin Monika Knill überbrachte den 81 Delegierten im Rathaus in Weinfelden die neusten Informationen aus dem DEK. Sie erklärte, dass im Herbst 30 Frauen und Männer mehr als vor einem Jahr die Berufsausbildung an der PH in Angriff nehmen. In Sachen Besoldungsgrundlagen sei die Vernehmlassung in Vorbereitung, und bei der Jahresarbeitszeit befinde man sich auf der Zielgeraden. Auch beim Lehrplan 21 sei man auf Kurs. Knill rechnet mit der Inkraftsetzung im Jahr 2016.

Das anschliessende Referat von Hanspeter Hitz, Rektor an der Kantonsschule Frauenfeld, zum Thema Berufsauftrag und Jahresarbeitszeit zeigte deutlich, dass eine Arbeitszuteilung in Semesterlektionen und Bruchteilen davon immer weniger Sinn macht. Heute werde nicht mehr nur im Schulzimmer von einer Lehrperson vor ganzen Klassen unterrichtet. «Das gemeinsame Anliegen aller Lehrkräfte muss sein, für ihre Arbeit Zeit zu erhalten.» Deshalb schlägt er vor, dass man sich in der Schule von Pflichtpensen verabschiede und zu Richtzeiten in Stunden übergehe.

Franziska Schweiss, Sekundarschule Bürglen, arbeitet seit sieben Jahren mit fixen Präsenzzeiten für Lehrpersonen und Schüler. Die Erfahrungen seien durchwegs positiv. Lehrkräfte seien viel mehr für die Schüler präsent, und es bestehe mehr Zeit, im pädagogischen Team zu arbeiten. Auch wenn die Umstellung gross gewesen sei, möchte Franziska Schweiss nicht mehr zum alten Modell zurück. «Ich könnte es mir nicht mehr vorstellen, allein in einem Schulzimmer zu sein.»

Anne Varenne, Präsidentin von «Bildung Thurgau», erklärte, dass nach vierjähriger Vorarbeit zum Thema Berufsauftrag und Jahresarbeitszeit die Vernehmlassung nun in Sicht sei. Sie sei zuversichtlich und sehr gespannt, ob sich ihre Erwartungen erfüllen werden. Dieses wichtige Geschäft soll voraussichtlich an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung debattiert werden.

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