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Rhine Falls Water

Böse Menschen haben keine Lieder, sondern Taxis oder Reisebusse. Das soll aber noch lange nicht heissen, dass die jahrzehntelange Städtepartnerschaft Frauenfeld-Fabrizia (Calabrien) auf frevelhaftem Untergrund gebaut war. Es gilt erstens die Unschuldsvermutung. Und zweitens die Omertà (Schweigepflicht).
David Angst

Böse Menschen haben keine Lieder, sondern Taxis oder Reisebusse. Das soll aber noch lange nicht heissen, dass die jahrzehntelange Städtepartnerschaft Frauenfeld-Fabrizia (Calabrien) auf frevelhaftem Untergrund gebaut war. Es gilt erstens die Unschuldsvermutung. Und zweitens die Omertà (Schweigepflicht).

Die Unschuldsvermutung gilt vorläufig auch für die Geologen, welche den Untergrund untersuchten, auf dem jetzt das neue Weinfelder Schulhaus gebaut werden sollte – das Elisabetha-Hess-Schulhaus. Die Baufirma lässt zwar implizit durchblicken, dass sie nicht gewusst habe, auf welchem Schlammboden sie baue. Vielleicht hat sie aber einfach den falschen Beton verwendet. Wenn der Baustop fertig ist, wissen wir mehr.

Ein Baustop ist abgesehen davon noch kein Weltuntergang. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Für die Cheops-Pyramide brauchte man rund 15 Jahre. Und der Bau des Kölner Doms dauerte – man höre und staune – über 600 Jahre (1248 bis 1880).

Zuhanden der Primarschulbehörde Weinfelden hier noch die Information, dass der Baustop beim Kölner Dom seinerzeit knapp 300 Jahre dauerte (von 1560 bis 1842). So schlimm wird es in Weinfelden nicht kommen. Trotzdem sollten sich junge Weinfelder Eltern oder solche, die es noch werden wollen, mental darauf einstellen, dass womöglich nicht ihre Kinder dereinst im neuen Schulhaus unterrichtet werden, sondern bestenfalls ihre Enkel.

Beim Kölner Dom hatte der Baustop übrigens keine geologische Ursache, sondern wohl hauptsächlich finanzielle. Schuld war die Reformation, welche den Ablasshandel zum Erliegen brachte und die Pilgerströme zum Versiegen.

Von Öl im Rhein schreiben die Historiker gar nichts, auch wenn Köln am Rhein liegt. Mit dem Öl ist es wie mit allem anderen auch: Man muss das Beste draus machen. Die Schaffhauser Brauerei Falken, die seit einigen Monaten Rheinwasser in Büchsen abfüllt, hat nun die Beschriftung geändert. Statt «Rhine Falls Water» steht nun «Schweizer Öl» drauf. Die Büchsen gehen nach Schweden. Die Skandinavier kennen ja den Unterschied nicht zwischen Öl und Bier.

david.angst@thurgauerzeitung.ch

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