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RHEINUFER ZWISCHEN TOBEL- UND MÜLIBACH: Kaum Rückendeckung

Umweltschutzkreise wollen das Rheinufer zwischen Propstei und Camping für die seltenen Äschen attraktiver machen. Die Bevölkerung ist wenig begeistert.
Peter Spirig

Peter Spirig

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

An Idylle ist das rund hundert Meter lange Uferstück am Rhein kaum zu überbieten. Am Donnerstagabend ging es aber nicht nur idyllisch zu und her an der Diskussionsrunde um die Revitalisierung vor rund 40 Interessierten in der Trotte Wagenhausen. Nebst Gemeindepräsident Harry Müller informierten unter anderem Marcel Tanner vom kantonalen Amt für Umwelt oder Barbara Ritter von der planenden Flussbau AG. Moderiert wurde die Runde von Thomas Burkhardt aus Schlattingen.

Beim Abschnitt der geplanten Revitalisierung zwischen Propstei und Camping gebe es Äschenvorkommen von nationaler Bedeutung und auch sei das Ufer für die Fische sehr wertvoll. «Was dem Fisch fehlt, sind Möglichkeiten, sich zu verstecken», sagte Barbara Ritter. Kontraproduktiv seien Ufermauer oder Wellenschlag von Schiffen. Die Äsche ist als gefährdete Art durch die Berner Konvention auf europäischer Ebene geschützt. In Wagenhausen findet die Äsche jedoch gute Voraussetzungen, «durch die Buchtsituation, also die geringe Strömungsbelastung, sowie dem sehr flachen Ufer». Als Lösung wurden unter anderem eine Aufschüttung des Ufers bis 1,2 Meter unter der Mauerkante präsentiert. Zudem sollen Uferweg und Brücke landeinwärts verschoben werden – wobei das Gerinne leicht verbreitet und die Böschung flacher gestaltet würde. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 650000 Franken.

Rund vier Fünftel davon übernimmt der Bund, den restlichen Betrag teilen sich Kanton und Gemeinde auf, wobei Letztere knapp 33000 Franken berappen müsste. «Ich sehe die Notwendigkeit für gewisse Fische – aber die Verhältnismässigkeit der Eingriffe und die Folgekosten sind für unsere Gemeinde finanziell momentan sehr schwer zu tragen», sagte Gemeindepräsident Müller. Kantonsvertreter Tanner meinte, dass die Kosten für den Unterhalt nicht dramatisiert werden dürften. «Wenn irgendwo ein Schaden auftritt, beteiligt sich der Kanton», sagte er.

Gäste stellen Notwendigkeit in Frage

Andere Standorte seien ebenfalls abgeklärt worden, sagte Tamara Diethelm vom WWF. Günter Rieker von der IG Rheinuferaufwertung Diessenhofen erwähnte, dass ihre Pilotprojekte nur wenig Folgekosten nach sich ziehen würden. Zudem zeigten Messungen, dass es an der Stelle aktuell zahlreiche Jungfische habe.

Auch Besucher meldeten sich zu Wort. Das Projekt im Millimeterbereich führe zu einer Erhöhung des Wasserspiegels im Unter- und Bodensee. Zudem sei nie genau untersucht worden, dass ein «Äschensterben» existiere, und die Lebewesen am Grund des Rheins mit einer Aufschüttung kaputtgingen. Die Mauer sei ursprünglich gegen den Wellenschlag des Raddampfers gebaut worden. Zudem gebe es Hechte und Kormorane, die den Äschen zu Leibe rücken. Ein Fischer machte darauf aufmerksam, dass man sich auf Bacheinmündungen beschränken soll, um dort Plätze für Äschen zu schaffen. Und ein Vater zeigte sich besorgt über die Sicherheit badender Kinder.

Barbara Job als Initiantin des Infoabends zeigte sich trotz negativer Voten zufrieden. Sie habe sich aber auch mehr positive Stimmen aus dem Publikum gewünscht. «Aber aus Erfahrung sind das jene Leute, die sich nicht unbedingt getrauen, vor Leuten zu reden.» Job hat vor zehn Jahren mit dem Projekt angefangen und will weiter dafür kämpfen.

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