Rheintalflug kehrt nach Altenrhein zurück

Die österreichische Regionalfluggesellschaft InterSky fliegt ab kommendem Mai neu von Altenrhein nach Elba. Damit kehren Renate Moser und Rolf Seewald, Gründer der 2001 an die Austrian Airlines verkauften Rheintalflug, an den Ursprung ihrer fliegerischen Tätigkeit zurück.

Rudolf Hirtl
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Weibliche Airline-Chefin: Renate Moser in einer InterSky-Maschine. (Bild: Franziska Scheidegger)

Weibliche Airline-Chefin: Renate Moser in einer InterSky-Maschine. (Bild: Franziska Scheidegger)

ALTENRHEIN. Die 2001 von Renate Moser und Rolf Seewald gegründete InterSky fliegt am 12. Mai des kommenden Jahres erstmals Passagiere vom Airport St. Gallen-Altenrhein nach Elba. Eingesetzt wird dafür eine 50plätzige Dash8-300Q des kanadischen Flugzeugherstellers Bombardier Aerospace. Damit fliegt InterSky die Mittelmeerinsel in den Sommermonaten bereits ab Zürich, Genf, München und Friedrichshafen an.

Regionalairport lanciert

Es war die Idee von Renate Moser, im Spätsommer 2001 eine neue Regionalfluglinie zu gründen. Als InterSky am 25. März 2002 dann erstmals von Bern-Belp in Richtung Berlin Tempelhof abhob, schrieb Renate Moser, als erste Frau Chefin einer Airline, über Europa hinaus Luftfahrtgeschichte. Für Aufmerksamkeit hatte sie zusammen mit Rolf und Brigitte Seewald bereits in den Jahren zuvor gesorgt, als die von Hohenems und Friedrichshafen aus operierende Rheintalflug ihr Geschäftsfeld 1991 an das Schweizer Seeufer verlegte und den Flugplatz in Altenrhein aus seinem Dornröschen-Schlaf riss. Ausgestattet mit einem Instrumenten-Landesystem und einem modernen Terminal wurde der Regionalairport St. Gallen-Altenrhein lanciert. Neben Linieneinsätzen auf der Stammstrecke Altenrhein– Wien, die bis zu dreimal täglich bedient wurde, führte Rheintalflug von hier auch Charterflüge zur Insel Elba oder nach Kosovo durch. Im Jahr 2001 verkaufte Seewald Rheintalflug an die Austrian Airlines. Die AUA-Regionaltöchter Tyrolean und Rheintalflug treten seit 2003 unter dem Namen Austrian Arrows auf.

«Ostschweizer blieben uns treu»

Nun, zwölf Jahre später, feiert Rheintalflug mit der Nachfolge-Airline InterSky ein Comeback in Altenrhein. Für Renate Moser ist es eine sehr emotionale Rückkehr. «Ich freue mich riesig. Wir haben Altenrhein in schönster Erinnerung. Auch nach unserem Weggang sind uns viele Ostschweizer treu geblieben und mit uns ab Friedrichshafen geflogen.»

Als «lebensverändernden Einschnitt» bezeichnet Renate Moser die schwärzeste Stunde der Airline. Am 23. Februar 1989 stürzt im Landeanflug auf Altenrhein eine Aero Commander der Rheintalflug in den Bodensee. Elf Menschen, darunter Pilotin Brigitte Seewald und der österreichische Sozialminister Alfred Dallinger, kommen beim Unglück ums Leben. «Es vergeht keine Woche, in der ich nicht daran denke oder über dieses schreckliche Ereignis spreche», sagt Renate Moser.

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