Revival der wilden Sechziger

Die Beatles lösten sich 1970 auf, ein Jahr später Purple Set. Fünf Jahre lang machte die Frauenfelder Popband Purple Set die Schweizer Bühnen zwischen Bern und Kreuzlingen unsicher, brachte die Mädchen zum Schmachten.

Mathias Frei
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Die Band Purple Set auf einem Dromedar: Auf dem Bild von 1969 ist die bekannteste Besetzung mit Hubert Specker, Rinaldo Cecchin, Adrian Specker und Edi Hangartner zu sehen. (Bild: pd)

Die Band Purple Set auf einem Dromedar: Auf dem Bild von 1969 ist die bekannteste Besetzung mit Hubert Specker, Rinaldo Cecchin, Adrian Specker und Edi Hangartner zu sehen. (Bild: pd)

Die Beatles lösten sich 1970 auf, ein Jahr später Purple Set. Fünf Jahre lang machte die Frauenfelder Popband Purple Set die Schweizer Bühnen zwischen Bern und Kreuzlingen unsicher, brachte die Mädchen zum Schmachten. Heute feiern sie in ihrer alten Heimat ein Revival, spielen nach 44 Jahren wieder in Frauenfeld – im Falkenpub.

Auf die Jets folgte Purple Set

«Das war eine gute Zeit damals», erinnert sich der 68jährige Rinaldo Cecchin zurück. Knappe 20 Jahre alt waren die vier Jungspunde, die sich 1966 aus Teilen der ersten Frauenfelder Gitarrenband names Jets zu Purple Set formierten. Bei den Jets hatte unter anderem Jimmy Güttinger gespielt, der die Circles mitbegründete.

1968 stiess mit Rinaldo Cecchin der Schlagzeuger der Movers zu Purple Set. Die Hochzeit der Band begann. Melodiöser, mehrstimmiger Gitarrenpop im Stile der Beatles, Kinks oder Moody Blues made in Frauenfeld. Da war zum Beispiel der Auftritt am Final des zweiten Schweizer Popfestivals in Hazy Osterwalders legendärem Dancing Hazyland in Zürich. Purple Set hatte sich als beste Band der Ostschweiz qualifiziert. Als «special guests» spielten Pink Floyd. Oder das Benefizkonzert während des Biafra-Kriegs in Nigeria. «Wir spielten auf einem Militäranhänger vor der Drogerie Haas in der Frauenfelder Altstadt. Und es regnete», hat Cecchin im Kopf – und dass die Party später in der Konviktturnhalle weiterging.

Konzert am Sonntagmorgen

Über 40 Jahre später lud Cecchin seine ehemaligen Mitstreiter zu sich ins Tessin. Und am Sonntagmorgen dieses Besuchs spielten Purple Set für ihre Ehefrauen ein paar Songs. Nicht mehr so «Sex, Drugs and Rock 'n' Roll»-like wie früher, aber der Beginn des Purple-Set-Revivals.

Heute, 21 Uhr, Falkenpub: Purple Set (mit Rinaldo Cecchin, Urs Schoop, Hubert Specker, Adrian Specker und Ralph Brun).