Retuschen an Überbauung

An der Frauenfelder Laubgasse zeigt sich, dass nur die Einstufung als «wertvoll» ein Haus wirklich schützt.

Thomas Wunderlin
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FRAUENFELD. Die geplante Überbauung an der Laubgasse ist geringfügig redimensioniert worden. Bauherrin ist die Laubgasse Immobilien AG, die vom Wiler Investor Felix Schmuckli und dem Frauenfelder Anwalt Matthias Hotz geführt wird. Gemäss den Plänen, die sie vor einem Jahr vorgestellt haben, sollen vier Wohnblöcke mit rund 130 Wohnungen entstehen. Das oberste der fünf Vollgeschosse wird jetzt nur als Attikageschoss ausgeführt.

Zurückversetzte Gebäude

Aus Rücksicht auf die Einfamilienhäuser am Buchen- und Birkenweg sind ausserdem die Häuserzeilen ein wenig nach Osten verschoben worden. Bis 13. Februar ist der Gestaltungsplan der Überbauung Laubgasse auf dem Frauenfelder Hochbauamt einzusehen. Das betroffene Areal umfasst die ehemaligen Betriebsgelände der Chemischen Fabrik Tanner F. & Co. und der Formulardruckerei Baumer AG. Das Baumer-Fabrikgebäude mit dem zugehörigen Bürotrakt bleibt stehen, da es im Hinweisinventar der Denkmalpflege als «wertvoll» bezeichnet wird. Abgerissen wird hingegen das ehemalige Tanner-Fabrikgebäude. Der Sichtbacksteinbau gilt nur als in seiner «Gesamtform erhaltenswert».

Nur wertvolle Häuser bleiben

Nur die Einstufung wertvoll ist wirksam, wie sich auch am Beispiel des Häuschens an der Rheinstrasse 8 zeigt. Die Stadt baut es demnächst als Sitz der neuen Schutzbehörde um. Da es als «wertvoll» gilt, darf es nicht durch einen Neubau ersetzt werden, der die zentral gelegene Parzelle besser ausnützt. Sonst hätte der Thurgauer Heimatschutz dagegen Einsprache erheben können. Nach seiner Ansicht, festgehalten im Jahresbericht 2010/11, sind die Einstufungen der Denkmalpflege behördenverbindlich.

Das Thurgauer Verwaltungsgericht hat diese Ansicht bestätigt, zumindest in einem Fall: 2010 hiess es die Einsprache gegen ein als wertvoll eingestuftes Haus ab, das die Gemeinde Altnau abreissen wollte.