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Rettungsleiter für Frösche und Kröten

Im Rechen der Kläranlagen droht Amphibien der sichere Tod. Davor will die Stadt Steckborn die Tiere bewahren. Nun hat Klärmeister Roland Rieser eine spezielle Ausstiegshilfe gebaut.
Margrith Pfister-Kübler
Klärmeister Roland Rieser kontrolliert die Ausstiegshilfe auf Amphibien. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Klärmeister Roland Rieser kontrolliert die Ausstiegshilfe auf Amphibien. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Versuche gibt es schon viele, um den Fröschen, Kröten und Lurchen zu helfen, sich selbständig aus den Abwasserreinigungsanlagen zu retten. «Jede Kläranlage ist anders, auch das Umfeld, deshalb gibt es keine Standardlösung», sagt Stadtrat Gregor Rominger. Rominger hat mit Bauverwalter Egon Eggmann und Bauingenieur Patrick Mock, Leiter der Steckborner Werke, Klärmeister Roland Rieser beauftragt, ein geeignetes Rettungssystem für Amphibien auszutüfteln.

Seit Rieser im Amt ist, also seit 1997, rettet er mit einer grossen Schöpfkelle regelmässig Frösche, Molche, Kröten, Salamander, Ringelnattern und Blindschleichen. «Schon am ersten Arbeitstag hatte ich Frösche im Becken. Mir drückt es jedesmal fast das Herz ab», sagt Rieser. Er führt zum grossen Becken, wo auch Präservative und Slipeinlagen im stinkigen Wasser schwimmen. «Dort ein kleiner Frosch», ruft Rieser. Sobald das Tier den Schatten einer Person wahrnimmt, taucht es ab. Eine Kröte hat bei einem Rohr ein Plätzchen gefunden, ein anderer Frosch ein Stückchen Holz, das er als Floss benutzt.

Im Winter zieht es die Frösche ins Dunkle

«Frösche hauen einfach ab», sagt Roland Rieser, «die begreifen nicht, dass ich ihnen helfen will.» Jene, die es bis zur neuen Ausstiegshilfe schaffen, haben Glück. Auf ihren Wanderungen fallen sie regelmässig in Entwässerungsschächte an den Strassen und sitzen in der Fall. «Es braucht Massnahmen, die verhindern, dass die Tiere ins Entwässerungssystem gelangen», sagt Stadtrat Rominger. Im Siedlungsgebiet werden zunehmend Biotope angelegt, die Amphibien anlocken. Doch wohin ziehen sich die Tiere für den Winter zurück? «Sie verkriechen sich in Schächte, weil es da feucht und warm ist», sagt Roland Rieser. Bei Regen werden die Tiere aus dem Entwässerungssystem in die Kläranlage gespült.

Amphibien gelangen dort direkt in den Rechen und finden unausweichlich den Tod. Doch die Tiere, die ins Regenüberlaufbecken gelangen, könnten gerettet werden. Für sie hat Rieser eine Ausstiegshilfe installiert, die nach seinen Ideen konstruiert und gebaut wurde, ausgefeilt bis ins letzte Detail. Es ist eine Konstruktion aus Edelstahl, weil Holz im Abwasser schnell verfaulen würde. Am oberen Ende ist ein Kübel mit einem Einstiegsloch installiert. Im Kübel schwimmen die Tierchen in sauberem Wasser und werden von Roland Rieser herausgeholt und ins Grün des Feldbachparks entlassen oder nach einem vom Tierschutzverein Steckborn aufgestellten Plan freigelassen.

Der Stadtrat macht das Frösche-Taxi

Dieser Plan empfiehlt, dass Laubfrösche in der Wolfsgrube bei Hörhausen freigelassen (Transport durch Stadtrat Gregor Rominger) werden. Wasserfrösche, kleinere Wasserfrösche, Erdkröten und andere Arten werden direkt am Untersee freigelassen.

Der Grasfrosch (vielfältig gefärbt, jedoch nicht grün), wird in stehendem oder leicht fliessendem Gewässer freigelassen; der Bergmolch kommt in kleinere oder mittelgrosse Gewässer jeder Art. Fadenmölche werden in Feuchtgebieten wie Waldweiher, Tümpel, Gräben, Moore gebracht; der stark gefährdete Teichmolch wird zu sonnigen Weihern transportiert, auch hier obliegt der Transport der Tiere Stadtrat Gregor Rominger.

Werden Kammmolche, Geburtshelferkröten, Gelbbauchunken, Kreuzkröten, Salamander, Springfrösche oder gar die als ausgestorben geltende Wechselkröte aufgefunden oder beobachtet, so sind diese Rolf Niederer vom Amt für Raumentwicklung (078 902 11 08) zu melden.

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