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Reservoir macht mehr Druck

Politisch-Hüttlingen baut für 2,5 Millionen Franken ein Wasserreservoir, das die bisherigen drei Anlagen ersetzt. Beim gestrigen Spatenstich war von einem Jahrhundertbauwerk die Rede.
Mathias Frei
Ab sofort Baustelle: Gemeindepräsidentin Anna-Rita Dutly sitzt auf dem kleinen Bagger, vor ihr legen Vertreter der Bürgergemeinde, der Wasserkommission, der Planer und der Baufirmen Hand an. (Bild: Mathias Frei)

Ab sofort Baustelle: Gemeindepräsidentin Anna-Rita Dutly sitzt auf dem kleinen Bagger, vor ihr legen Vertreter der Bürgergemeinde, der Wasserkommission, der Planer und der Baufirmen Hand an. (Bild: Mathias Frei)

HÜTTLINGEN. Es ist für Hüttlingen ein Jahrhundertprojekt mit über einem Jahrzehnt Vorlauf. Läuft alles nach Plan, kann das Wasserreservoir Hard kommenden Oktober in Betrieb genommen werden. Gestern vormittag war Spatenstich für das 2,5-Millionen-Franken-Projekt. Und schon am Nachmittag begannen die Bagger mit dem Aushub.

Sie könne berechtigterweise von einem Jahrhundertprojekt sprechen, sagt die Hüttlinger Gemeindepräsidentin Anna-Rita Dutly anlässlich des Spatenstichs. «Die alten drei Reservoirs sind 120 Jahre alt, der Neubau soll ebenfalls ein Jahrhundert halten.» Ein weiterer Aspekt sei, dass Hüttlingen noch nie ein finanziell so gewichtiges Projekt realisiert habe.

Neubau günstiger als Sanierung

Die aktuelle Hüttlinger Generelle Wasserversorgungsplanung fordert seit 2001 mehr Druck auf der Leitung, insbesondere für das Löschwasser, aber auch um die Wasserversorgung allgemein gewährleisten zu können. Die drei bestehenden Reservoirs hätten saniert werden müssen. Die Gemeinde Hüttlingen entschied sich deshalb für einen Neubau, der laut Gemeindepräsidentin Dutly günstiger ist als die Sanierungen. Zwei alte Reservoirs werden abgebrochen, eine Anlage bleibt stehen. So kann sie im Rahmen der Notwasserversorgung weiterhin genutzt werden.

Als Vorbereitung auf den Reservoir-Neubau zwischen Hüttlingen und dem Weiler Geigenhof wurden in den vergangenen rund zwölf Jahren etliche Wasserleitung ersetzt. «Jetzt sind wir bereit für mehr Druck», meint Dutly dazu. Durch die vorangegangenen Leitungsersatz-Kredite waren denn auch die Hüttlinger Stimmbürger nicht überrascht über den 2,5-Millionen-Kredit, der an der Bechtelisgemeinde 2015 zur Abstimmung kam. Es resultierte ein Ja ohne Gegenstimme.

Feuerschutz: Beitrag erwartet

Wenn das neue Reservoir im Oktober ans Netz geht, wird der Druck im Gemeindegebiet um drei bis vier Bar steigen. Davon werden die Einwohner aber wenig merken. Denn ihre Anschlüsse sind gedrosselt. Relevant ist der Druck aber für die Feuerwehr. Deshalb darf die Gemeinde auch mit einem Beitrag des kantonalen Feuerschutzamtes rechnen in Höhe von 15 bis 20 Prozent an den Gesamtkosten – also bis zu einer halben Million.

Für das angestrebte Plus beim Wasserdruck muss der Wasserspiegel des neuen Reservoirs auf 490 Metern über Meer liegen. Der leicht abschüssige Standort im Hard wurde laut dem zuständigen Planer Urs Bischof geologisch abgeklärt. «Für das Bauobjekt sind keine Risiken vorhanden.» Der wasserdichte Stahlbetonbau wird zwei Kammern aufweisen, 160 Kubikmeter sind für das Löschwasser geplant, deren 300 für das Brauchwasser. Ingenieur Bischof spricht von einem Reservoir mittlerer Grösse.

Der Neubau an sich kommt auf knapp eine Million Franken zu stehen. Hinzu kommen Leitung und Hausanschlüsse. Von 2100 Metern Leitungsbauten entfallen 1800 Meter auf die neue Verbindung zwischen Hüttlingen und dem Reservoir (1500 Meter) sowie ein 300-Meter-Stück zwischen dem Grundwasser-Pumpwerk und der Hüttlinger Bahnhofstrasse. Leitungsersatz wird am Hüttlinger Kirchweg und an der Geigenhofstrasse in Eschikofen fällig.

Im Notfall Wasser vom Berg

Laut Gemeindepräsidentin Dutly beträgt der Hüttlinger Wasser-Jahresverbrauch rund 120 000 Kubikmeter. Das Wasser stammt grösstenteils aus dem Pumpwerk in Hüttlingen, das Thur-Grundwasser fördert. Dank des neuen Reservoirs kann sich Hüttlingen bei Wassermangel zukünftig auch an das Reservoir Märwilen (Gemeinde Amlikon-Bissegg) hängen. Jene Anlage gehört zur Regional-Wasserversorgung Mittelthurgau-Süd.

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