RELIGION: Evangelische schlagen neue Töne an

Der Thurgauer Kirchensonntag findet am 11. Juni in Neukirch-Egnach statt. Er steht im Zeichen des Reformationsjubiläums und der musikalischen Vielfalt. Das neue Zusatzliederbuch Rückenwind wird dabei erstmals vorgestellt.

Drucken
Teilen
Oliver Wendel, Projektleiter, Wilfried Bührer, Kirchenratspräsident, Brunhilde Bergmann, Information und Öffentlichkeitsarbeit, und Jürg Stacher, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Egnach. (Bild: Trudi Krieg)

Oliver Wendel, Projektleiter, Wilfried Bührer, Kirchenratspräsident, Brunhilde Bergmann, Information und Öffentlichkeitsarbeit, und Jürg Stacher, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Egnach. (Bild: Trudi Krieg)

Im Festzelt bei der Rietzelghalle in Neukirch findet der dritte Thurgauer Kirchensonntag in diesem Jahr statt. Im Vier-Jahres-Turnus treffen sich alle Kirchgemeinden des Kantons. Jürg Stacher, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Egnach und Mitglied der Musikgesellschaft Neukirch-Egnach: «Wir konnten Synergien nutzen. Das Zelt, welches 2100 Personen Platz bietet, bleibt stehen bis zum Musikfestival Egnach mit Kreismusiktag und Neuuniformierung am 16./17. Juni.»

Der Kirchensonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst mit dem Union Mass ­Choir, Andrew Bond, dem Trachtenchor und dem Festchor des Thurgauer Kirchenchorverbandes. Wilfried John Sundaraj aus Saba/Malaysia wird über die protestantische Kirche in Sabah sprechen. Den ganzen Tag über gibt es ein Kinder- und Jugendprogramm. Die Festwirtschaft aus der Seelustküche betreiben Mitglieder der Kirchgemeinde und Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem ganzen Kanton.

Vor 500 Jahren schlug Luther seine Thesen, die sich vor allem gegen den Ablasshandel richteten, an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg. Zum Jubiläumsjahr wird am Kirchensonntag im Festzelt eine fiktive Kirchentüre aufgestellt. Jede der 63 Kirchgemeinden gestaltete ihre Thesen zur Zukunft der Kirche für den Anschlag an diese Schlosskirchentüre. Martin Luther, dargestellt durch einen Schauspieler, wird ebenfalls auftreten.

Gesang und Musik war in der evangelischen Kirche von Anfang an wichtig, seit Luther die lateinischen Lieder, welche die Pfarrer sangen, ins Deutsche übersetzte. Aber auch Singstile und Lieder sind dem Zeitgeist unterworfen. Man stand oft an mit dem alten Gesangbuch. Es gibt im Bereich Kirchenmusik eine Schwemme neuer Lieder. Eine Spurgruppe, bestehend aus Musikern und Theologen, sondierte, filterte und bewertete die aus den Gemeinden eingegangenen Vorschläge.

Die Steuergruppe mit Projektleiter Oliver Wendel entschied über die definitive Aufnahme. Entstanden ist ein Buch mit 122 zeitgemässen und populären Kirchenliedern, die nicht im Kirchenbuch stehen, aber immer wieder gern gesungen werden. Am Kirchensonntag kann «Rückenwind» zu einem Spezialpreis gekauft werden.

Trudi Krieg

thurgau@thurgauerzeitung.ch