Reichenauer Wasserstreit: Gebühren werden geprüft

Ein Reichenauer Gärtnereibetrieb darf keine eigene Beregnung für seine Felder anlegen. Die Genossenschaft behält ihr Monopol.

Thomas Zoch
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REICHENAU. Eine überraschende Wende hat es im Wasserstreit zwischen der Gemüse-Genossenschaft und einem grossen Gärtnereibetrieb gegeben. Der Betrieb ist nicht Mitglied in der Genossenschaft, hatte aber jahrelang den günstigeren Mitgliedstarif fürs Seewasser zur Beregnung gezahlt und die Genossenschaft verklagte ihn deshalb. Jüngst traf man sich vor dem Oberlandesgericht Mannheim.

Monopol über das Seewasser

Die Gärtnerei plante zudem, ein eigenes Beregnungsnetz anzulegen, um von der Genossenschaft unabhängig zu sein. Nun kam vom Landratsamt ein ablehnender Bescheid: Der Familienbetrieb darf nicht selbst Wasser aus dem See entnehmen. Sprich: Die Genossenschaft behält ihr Monopol. «Wir haben im Grundsatz eine andere Situation», erklärte Johannes Bliestle, Geschäftsführer der Genossenschaft.

Gärtnerei kommt entgegen

Das Gericht habe angesichts dessen kein Urteil gefällt, aber die Richter hätten dazu aufgefordert, die Gebührenordnung genau zu überprüfen, so Bliestle. «Wir werden ein Gutachten erstellen lassen, was wir an Rücklagen bilden müssen für eventuelle Reparaturen oder Modernisierungen.» Deshalb könnte es durchaus sein, dass die Gebühren angehoben werden. Die Gärtnerei soll sich derweil als Zeichen des Entgegenkommens bereit erklärt haben, 40 Prozent der eingeklagten Gebühren nachzuzahlen. Der Restbetrag bleibe jedoch strittig, so Bliestle, die Klage sei noch offen und nur bis Februar vertagt. Der Familienbetrieb war nicht zu einer Stellungnahme bereit.