Reibach mit fiktiven Bohrmaschinen

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Der Name Flowtex steht für den grössten Fall von Wirtschaftskriminalität in Deutschland überhaupt. Anfang 2000 flog auf, dass Firmenchef Manfred Schmider und Konsorten mit einem Schneeballsystem Kredite in Milliardenhöhe erschwindelt hatten.

Die Firma Flowtex in Ettlingen (Baden-Württemberg) betrieb ab 1991 einen Handel mit sogenannten Horizontalbohrmaschinen. Allerdings existierten von den 3142 verkauften Maschinen nur deren 270. Flowtex verkaufte die fiktiven Maschinen an Banken und Leasinggesellschaften und leaste diese wieder zurück. Zur Kaschierung des Schwindels wurden die Typenschilder der existierenden Bohrmaschinen laufend angepasst. Die Gewinne von Flowtex bestanden aus der Differenz der Summe an Krediten, welche die Firma von Banken zur Finanzierung der Maschinen erhalten hatte, und den zu bezahlenden Leasingraten. Die Betrügereien verursachten einen wirtschaftlichen Schaden von 2,6 Milliarden Euro.

2001 sprachen deutsche Gerichte Haftstrafen von total 56 Jahren aus. Schmider kassierte 11,5 Jahre, kam dank guter Führung im Jahr 2007 frei und lebt seither auf Mallorca. Im Nachgang der Flowtex-Affäre trat 2004 der baden-württembergische Wirtschaftsminister zurück. (hil)

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