REGION: Reise für Geld aus dem Honigtopf

Die Regio Frauenfeld hat das Agglomerationsprogramm 3. Generation beim Bund eingereicht. Detailliert sind die Massnahmen noch nicht. Denn ferner ist unklar, ob und mit wie viel Geld sich Bundesbern beteiligt.

Samuel Koch
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Die Kreuzung Thurstrasse/Weststrasse in Frauenfeld ist einer der Unfallschwerpunkte, der mit dem Agglomerationsprogramm Frauenfeld 3. Generation saniert werden soll. (Bild: Samuel Koch)

Die Kreuzung Thurstrasse/Weststrasse in Frauenfeld ist einer der Unfallschwerpunkte, der mit dem Agglomerationsprogramm Frauenfeld 3. Generation saniert werden soll. (Bild: Samuel Koch)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Die Fahrt geht definitiv nach Bern. Was dabei herauskommt, steht aber noch eine Weile in den Sternen – Bekenntnisse aus dem Thurgau und der Region Frauenfeld hin oder her. Obwohl die Dossiers und Ordner des Agglomerationsprogramms (AP) 3. Generation nun zur Prüfung beim Bund liegen, dauert es sicher bis im kommenden Herbst, bis Ergebnisse vorliegen oder erste Gespräche stattfinden.

Dennoch sieht das Massnahmenpaket einige wichtige Projekte vor. So sind im dritten AP zehn Massnahmen für insgesamt rund 40 Millionen Franken durchgerechnet und erarbeitet worden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Weiterentwicklung des Frauenfelder Langdorfs und der Erhöhung der Verkehrssicherheit in der ganzen Region. So plant die Regio mit rund acht Millionen Franken aus Bundesbern für die Verbesserung von Fussgängerübergängen oder von Unfallschwerpunkten.

«Stadt, aber auch ländliche Gebiete profitieren»

Ein prioritäres Beispiel dafür sind etwa die Kreuzung Thurstrasse/Weststrasse oder auch der Talbachkreisel in Frauenfeld, wie Anna-Rity Dutly sagt. «Das sind neuralgische Punkte, wo immer noch viele Unfälle passieren», sagt Dutly. Die Gemeindepräsidentin von Hüttlingen ist auch Präsidentin der Regio Frauenfeld und vertritt diese bei der Umsetzung des dritten APs. Rund die Hälfte der Gesamtkosten sollen ins Frauenfelder Langdorf fliessen, dort werden die Pläne aber frühestens ab 2023 umgesetzt. Im Fokus steht für Dutly vielmehr, dass sowohl die Stadt Frauenfeld als auch die ländlichen Gebiete vom nachhaltigen AP profitieren. Viele Projekte sind aber noch nicht bis ins Detail durchstudiert, wie Dutly sagt. Denn jetzt gehe es zuerst darum zu wissen, ob und mit wie viel Geld sich der Bund beteiligt. «Wir haben unsere Hausaufgaben jedenfalls gemacht», sagt Dutly. Zugutegekommen seien dem ganzen Planungsteam sicherlich die Erfahrungen aus den ersten beiden Programmen.

Bessere Aussichten für statistische Agglomeration

Obwohl frühestens im Herbst erste Zeichen aus Bern zu erwarten sind, bleiben die Regio Frauenfeld und die beteiligten Behörden bis dahin nicht untätig. «Wir behalten die Ideen weiter im Hinterkopf und lassen Detailpläne skizzieren», sagt Dutly. Es bringe aber nichts, Geld zu sprechen oder die Bevölkerung an die Urne zu bitten, wenn noch vieles unkonkret sei.

Total umfasst die Regio Frauenfeld 15 Gemeinden. Der Bund kann sich jedoch nur an Kosten der statistischen Agglomeration beteiligen, wozu nebst der Stadt Frauenfeld die Anrainer Gachnang und Felben-Wellhausen gehören. «Die Investitionen hätten aber auch Auswirkungen über diesen Tellerrand hinaus», meint Dutly. Gerade bei Investitionen in den Verkehr würden auch die umliegenden Gemeinden profitieren. Zudem habe die statistische Agglo grössere Chancen, Gelder aus dem Honigtopf des Bundes zu bekommen, «wenn die ganze Region mitmacht».

Weitere Informationen unter: www.regiofrauenfeld.ch