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REGION: Forderungen für Verkehrsplanung

Die Regio Wil hat über ihr Projekt «Gesamtschau regionale ÖV-Entwicklung» informiert. Dabei erwies sich der Zielkonflikt zwischen Güter- und Personenverkehr als zentral.
Tim Frei

Die Vorzüge eines sogenannten Vollknotens sind offensichtlich: Man erreicht zur vollen und halben Stunde einen Bahnhof und hat in alle Richtungen Anschluss. Auch Wil verfügt über dieses Privileg – jedoch nicht mehr lange. Grund ist der grosse Fahrplanwechsel, welcher Ende 2018 ansteht. Ab dann verkehren stündlich zwei schnelle Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen ohne Halt in Wil. Weil nun den Güterzügen mehr «Platz» gewährt wird, kommt es zu markanten Veränderungen im Personenverkehr. Die Folge sind längere Wartezeiten. Aufgrund dieser Problematik wurde im Januar 2017 von der Regio Wil das Projekt «Gesamtschau regionale ÖV-Entwicklung» gestartet. Am vergangenen Donnerstag orientierte Regio Wil an einer Infoveranstaltung über die Ergebnisse.

Agglomerationsprogramm als Basis

«Die Stossrichtung für dieses Projekt gab das Agglomerationsprogramm der 3. Generation für die Regio Wil vor», sagte Lucas Keel, Leiter der Fachgruppe Mobilität bei Regio Wil. Das Programm verfolgt unter anderem das Ziel, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Gesamtverkehr von 64 auf 55 Prozent zu reduzieren. Ausserdem soll der ÖV in den stark besiedelten Gebieten der Agglomeration gestärkt werden. Im Zuge dieses Projektes wurden sechs Ziele und Forderungen formuliert. Dazu gehörte unter anderem ein Viertelstundentakt von Fernverkehr und S-Bahn: Beide Verkehrsarten sollen Wil im Halbstundentakt bedienen und sich so zu einem Viertelstundentakt ergänzen. Ein weiteres Ziel setzt beim Umsteigen an: Wil soll ein Knoten mit schlanken Umsteigesituationen auf den Regionalverkehr und attraktiven Anschlüssen an den Fernverkehr werden. Oder: Passagiere sollen ab Wil einen Sitzplatz finden. Ausserdem sollen Fernverkehr und S-Bahn einen Viertelstundentakt ermöglichen; beide sollen Wil im Halbstundentakt bedienen und sich dadurch zu einem Viertelstundentakt ergänzen. Weiter soll der Fernverkehr mit Halt in Wil zur vollen und halben Stunde in Zürich ankommen und damit auch in den Randstunden gute Anschlussverbindungen gewährleisten.

«Der Anspruch der Regio Wil ist es, die Ziele in die Planung der Kantone St. Gallen, Thurgau und Zürich einzubringen», sagt Lucas Keel. Untersucht wurde, ob die sechs Ziele mit den vorhandenen Strategien Fahrplan 2019, Bahnausbau 2025 und 2030/35 (Strategisches Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur) in Übereinstimmung gebracht werden können. Diese gab es zwar durchaus, aber oft in Abhängigkeit davon, ob die Prioritäten auf den Güter- oder den Personenverkehr gelegt werden.

Betreffend neuem Fahrplan ist oft die Rede davon, dass sich für die Region Wil das Angebot des öffentlichen Verkehrs stark verschlechtern wird. Keel teilt diese Meinung nicht und betont: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass zumindest dieses Verkehrsniveau aufrechterhalten werden kann. Das wird genug schwierig.»

Tim Frei

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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