REGION: Die Hochzeit ist geplatzt

Die drei Landi-Läden Schlatt und Umgebung, Stammertal sowie Untersee und Rhy werden nicht fusionieren. Die Landi Stammertal sprach sich gegen diesen Schritt aus.

Roland Müller
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Geschäftsführer und Genossenschaftspräsidenten unter sich (v. l.): ­stehend Roger Schär, Stefan Ulrich, Walter Monhart; kniend Peter Maugweiler, Fritz Waldsperger und Martin Ritzmann. (Bild: Roland Müller)

Geschäftsführer und Genossenschaftspräsidenten unter sich (v. l.): ­stehend Roger Schär, Stefan Ulrich, Walter Monhart; kniend Peter Maugweiler, Fritz Waldsperger und Martin Ritzmann. (Bild: Roland Müller)

Roland Müller

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Zwei Jahre haben sich die Landi-Läden Schlatt und Umgebung, Stammertal sowie Untersee und Rhy intensiv mit einem Zusammenschluss beschäftigt. Gemäss den Geschäftszahlen wäre daraus die «Landi Stammerberg und Rhy Genossenschaft» mit einem Umsatz von gut 42 Millionen Franken Umsatz und 104 Mitarbeitern, davon 66 Vollzeitstellen, geworden. Sieben Volg-Läden, je drei Tankstellen und Landi-Läden, eine eigene Bäckerei und Getreidesammelstelle wären so unter ein gemeinsames Landi-Dach gekommen.

In der letzten Mai-Woche nun waren die Genossenschafter an den drei Generalversammlungen gefordert, über die gemeinsame Zukunft zu befinden. Gesamthaft hat gut die Hälfte der 434 Genossenschaftsmitglieder von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Während sich am Montag die Landi Untersee und Rhy sowie am Dienstag auch Schlatt und Umgebung deutlich für den Zusammenschluss entschieden haben, sagte am Mittwoch die Basis der Landi Stammertal nein. Damit wird aufgrund der Strukturplanung aus dem Zusammenschluss nichts. Dies obwohl man seit zwei Jahren laufend aufgezeigt hat, was ein Zusammenschluss im wirtschaftlich ständig härteren Geschäftsumfeld für Nutzen brächte. «Wir sind überzeugt in diesen Fusionsprozess gegangen. Schliesslich wäre Unterstammheim Standort für das zentrale Agrohandelsgeschäft geworden», sagt der Stammertaler Genossenschaftspräsident Stefan Ulrich. Mit Blick auf dieses mögliche Geschäftsfeld, das zusätzliche Bauten erfordert hätte, ist vor drei Wochen der Landhandel vollzogen worden.

Aufgrund der geplanten Strukturen mit einer Zentralisierung des Agrarhandels am Standort Unterstammheim hätten Schlatt sowie Untersee und Rhy ihre Lagerhaustätigkeit eingestellt. Als Kompensation der Standortverluste war ein Lieferservice geplant. Dementsprechend hätte es die Zustimmung aller drei Landi-Läden gebraucht.

Bezüglich der drei Landi-Läden in Diessenhofen, Eschenz und Unterstammheim hätte nichts geändert, sämtliche Mitarbeiter wären übernommen worden. Auch beim Geschäftsfeld mit den Tankstellen hätte es keine Änderungen gegeben.

Landhandel und Abtausch wurden bereits genehmigt

«Wir sehen nun mit Optimismus in die Zukunft und kämpfen einzeln weiter», sagt der Stammer Geschäftsführer Peter Maugweiler. Am vollzogenen Landhandel und Abtausch, welche die Genossenschafter vorgängig an einer ausserordentlichen Generalversammlung genehmigt hatten, gibt dieser Entscheid aber nichts zu rütteln.

Warum die Landi Stammertal mit Mehrheitsbeschluss der Fusionsidee nicht folgen konnte, ist offen. «Es könnte sein, dass die Stammertaler fusionsmüde geworden sind», nennt Sepp Fischbacher von der fenaco als einen der möglichen Gründe. Denn vor 23 Jahren schlossen sich die Landi-Läden Guntalingen und Unterstammheim zusammen. Elf Jahre später stiess Oberstammheim dazu und 2010 wurde der Zusammenschluss mit Neunforn vollzogen.