Regierung gegen Mini-Sek

HOMBURG/HÖRHAUSEN. Die Primarschulen der Gemeinde Homburg wollen fusionieren. Dass dabei eine Volksschulgemeinde mit eigener Mini-Sek gebildet wird, lehnt die Regierung ab.

Gudrun Enders
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Wird kein Sekundarschulhaus: Die Schule Homburg wird nun längerfristig verkauft werden müssen. (Bild: Donato Caspari)

Wird kein Sekundarschulhaus: Die Schule Homburg wird nun längerfristig verkauft werden müssen. (Bild: Donato Caspari)

Keine Mini-Sek für die Gemeinde Homburg. Das hat der Regierungsrat im Grundsatz entschieden. Eine Fusion der beiden Primarschulgemeinden begrüsst die Regierung dagegen, sowie das zweite Fusionsmodell, wonach die Schüler gebietsmässig auf die beiden Sekundarschulen in Steckborn und Müllheim aufgeteilt werden.

Diese Lösung wurde von den beiden Primarschulgemeinden im Mai 2009 offiziell beantragt und von der politischen Gemeinde unterstützt. Seit dem ist aber viel passiert. Inzwischen drängten sich den Behörden auf dem Seerücken aber die Vorteile einer neuen Mini-Sek-Variante auf.

Warum die Regierung nicht will

Zwar wäre auch für die Regierung die Variante einer Volksschulgemeinde mit eigener Mini-Sek auf den ersten Blick interessant. Aber sie sei mit hohen Anforderungen an die Schulorganisation und mit finanziellen Unwägbarkeiten verbunden, schreibt der Regierungsrat in seiner Begründung. Alle bestehenden Sekundarschulen verfügten über höhere Schülerzahlen. Eine neue Mini-Sek mit rund 50 Schülern führe früher oder später zu unverhältnismässig hohen Kosten. Zudem sei fraglich, ob so eine kleine Sek die geforderten pädagogischen Ziele erreichen könne.

Das Fusionsmodell mit zwei Oberstufen erlaube es dagegen, die heute bewährte Ausrichtung nach Steckborn und Müllheim auf der Sekundarstufe weiterzuführen, so die Regierung. In der Sek Steckborn beträgt der Schüleranteil vom Seerücken rund 15 Prozent, in Müllheim sind es gar rund 20 Prozent.

Idee nicht unbedingt gestorben

«Das ist nicht die beste Lösung für uns», sagt Stephan Diener, Präsident der Primarschule Gündelhart-Hörhausen, zum Beschluss des Regierungsrats. «Aber ich akzeptiere den Entscheid. Jetzt wissen wir, in welche Richtung wir arbeiten müssen.» Für Diener ist die Idee einer Volksschulgemeinde damit nicht zwangsläufig gestorben. «Ändern sich die Verhältnisse, könnten wir die Idee einer Volksschulgemeinde nochmals aufgreifen.» Wie mit einer Fusionsabstimmung fortgefahren wird, muss nun in den beiden Schulbehörden besprochen werden. «Wir informieren die Bevölkerung bald wieder.»

Sein Präsidenten-Kollege Peter Fröhlich akzeptiert den Entscheid ebenfalls – wenn auch schweren Herzens (siehe Kasten). Nun ist für Fröhlich die Fusion der beiden Schulgemeinden dringlich.

Was die Bewohner der Gemeinde Homburg denken, zeigten sie kürzlich an einer Konsultativabstimmung: Zwei Drittel ist für die Volksschulgemeinde mit Mini-Sek. Da verwundert es nicht, dass sich Gemeindeammann Thomas Wiget gestern enttäuscht über den Entscheid des Regierungsrats zeigte: «Ich stosse mich daran, dass den Nachbargemeinden Steckborn und Müllheim so viel Gewicht gegeben wird.» Dabei hätten die Nachbarn schon viel längere Spiesse was die raumplanerische Entwicklung betreffe.