Regierung gegen ein kantonales Hilfswerk

FRAUENFELD. Eine engere Koordination von Hilfsleistungen des Kantons Thurgau für die Opfer von Katastrophen in aller Welt ist nach Ansicht des Regierungsrats nicht nötig.

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FRAUENFELD. Eine engere Koordination von Hilfsleistungen des Kantons Thurgau für die Opfer von Katastrophen in aller Welt ist nach Ansicht des Regierungsrats nicht nötig. Die Geldbeiträge des Kantons kämen heute schon Hilfswerken zu, schreibt die Regierung in der Antwort auf eine Einfache Anfrage der SVP-Kantonsräte Andrea Vonlanthen (Arbon) und Hanspeter Gantenbein (Wuppenau). Diese hatten unter anderem gefragt, ob sich die Regierung ein kantonales Hilfsprogramm, das zusammen mit Kirchen und bestehenden Hilfswerken aufgebaut würde, vorstellen könnte.

Die eigentliche Koordination humanitärer Hilfe aus der Schweiz obliege dem Bund, schreibt die Regierung. Laut Kantonsverfassung kann der Thurgau Hilfe im Fall von Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Dürre, Kriegswirren oder Epidemien leisten. Entwicklungshilfe schliesst die Verfassung dagegen aus.

Jährlich 150 000 Franken

Jährlich stellt der Regierungsrat 150 000 Franken für die Nothilfe aus dem Lotteriefonds bereit. Das Geld geht an zertifizierte Hilfsorganisationen wie die Glückskette oder das Schweizerische Rote Kreuz. Letzteres hat dieses Jahr 30 000 Franken erhalten, um den Erdbebenopfern in Nepal zu helfen. In Ausnahmefällen würden auch nichtzertifizierte private Initiativen unterstützt, schreibt die Regierung. Werden die Mittel bis Ende Jahr nicht ausgeschöpft, gehen sie an humanitäre Projekte von Hilfsorganisationen. (wid)